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Japan gibt Milliarden für Yen-Stützung aus – Krise bleibt

Tokios massive Devisenmarkt-Intervention verlangsamte den Yen-Verfall, doch Analysten sehen keine dauerhafte Trendwende in Sicht.

Japan gibt Milliarden für Yen-Stützung aus – Krise bleibt

Japan hat mit einer massiven Intervention an den Devisenmärkten versucht, den freien Fall des Yen zu stoppen. Doch laut Analysten von BCA Research handelte es sich dabei lediglich darum, „Zeit zu kaufen" – eine dauerhafte Erholung der japanischen Währung gegenüber dem US-Dollar ist damit nicht in Sicht. Die Intervention erfolgte, nachdem der USD/JPY-Wechselkurs Ende April die Marke von 160,5 überschritten hatte – der schwächste Stand des Yen seit Jahrzehnten.

Innerhalb weniger Stunden nach der Intervention fiel das Währungspaar um mehr als 3 Prozent. Marktbeobachter spekulieren, dass das japanische Finanzministerium schätzungsweise 5,5 Billionen Yen – umgerechnet rund 35 Milliarden US-Dollar – eingesetzt hat, um die Währung zu stützen. Dem BCA-Forschungsbericht zufolge könnten weitere Interventionen zusätzliche 5 Billionen Yen beansprucht haben.

Strukturelle Schwäche belastet den Yen

Trotz des enormen finanziellen Einsatzes bleiben die fundamentalen Probleme bestehen. Japans Zinssätze liegen deutlich niedriger als in anderen großen Volkswirtschaften, was die Währung für globale Anleger auf der Suche nach höheren Renditen unattraktiv macht. Gleichzeitig haben die Finanzmärkte die meisten der erwarteten Zinserhöhungen der Bank of Japan bereits eingepreist – das begrenzt die potenziellen Auswirkungen künftiger geldpolitischer Straffungen erheblich.

Hinzu kommt, dass spekulative Händler große Short-Positionen gegen den Yen aufgebaut haben. Dies spiegelt die weit verbreitete Markterwartung wider, dass die Währung weiter fallen könnte. Solche Positionierungen verstärken den Abwärtsdruck auf den Yen zusätzlich und erschweren eine nachhaltige Erholung.

Japanische Regierungsvertreter zeigen sich derweil zunehmend besorgt über die wirtschaftlichen Folgen des schwachen Yen. Ein niedriger Wechselkurs treibt die Importkosten in die Höhe – besonders bei Energie. Das belastet die Inflation und zwingt den Staat zu höheren Treibstoffsubventionen, was wiederum den öffentlichen Haushalt unter Druck setzt.

Dollarstärke bleibt das dominierende Thema

BCA Research argumentiert, dass die zugrunde liegenden wirtschaftlichen Kräfte weiterhin eher für eine Dollarstärke als für eine Aufwertung des Yen sprechen. Zwar können staatliche Interventionen kurzfristige Kursrallys auslösen und Händler dazu bewegen, ihre Short-Positionen aufzugeben. Die Geschichte zeigt jedoch, dass solche Maßnahmen ohne strukturelle Veränderungen im Zinsumfeld keine nachhaltige Wirkung entfalten.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Situation am japanischen Devisenmarkt aus mehreren Gründen relevant. Zum einen sind viele europäische Unternehmen und Fonds in Japan engagiert. Zum anderen gilt der Yen traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten – seine anhaltende Schwäche ist daher ein ungewöhnliches Signal für die globalen Finanzmärkte. Die Entwicklung des USD/JPY-Kurses bleibt damit ein wichtiger Indikator für das internationale Währungsgefüge.

Ob Japan weitere Interventionen durchführen wird, bleibt abzuwarten. Angesichts der enormen bereits eingesetzten Mittel und der weiterhin ungünstigen Zinsdifferenz zwischen Japan und den USA dürfte der Druck auf den Yen vorerst anhalten.

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