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Japan drängt Pensionsfonds zu mehr Investitionen in Heimatmärkte

Tokio setzt auf Kapitalrepatriierung: Staatliche Pensionsfonds sollen deutlich mehr in inländische Vermögenswerte investieren.

Japan drängt Pensionsfonds zu mehr Investitionen in Heimatmärkte

Die japanischen Märkte haben neuen Auftrieb erhalten, nachdem die Regierung in Tokio einen lang erwarteten Schritt angekündigt hat: Staatliche Pensionsfonds sollen künftig deutlich stärker in inländische Vermögenswerte investieren. Finanzministerin Satsuki Katayama erklärte, Japan wolle Pensionsfonds dazu ermutigen, „wesentlich größere" Investitionen in inländische Finanzanlagen zu tätigen. Dieser Schritt zur Förderung der Kapitalrepatriierung war bereits seit Jahren im Gespräch.

Im Mittelpunkt steht dabei der Government Pension Investment Fund (GPIF), einer der weltweit größten Pensionsfonds. Der GPIF verwaltete Ende Dezember ein Vermögen von 293,4 Billionen Yen – umgerechnet rund 1,81 Billionen US-Dollar. Seine Anlageentscheidungen werden von den Finanzmärkten weltweit genau beobachtet, da Strategieänderungen des GPIF häufig von anderen Fonds übernommen werden.

Yen stabilisiert sich, Renditedruck lässt nach

Der Vorstoß der Regierung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Zuvor hatten Sorgen über die expansive Fiskalpolitik der Takaichi-Regierung für Unruhe gesorgt. Das Risiko einer politischen Einflussnahme auf die Geldpolitik hatte einen Ausverkauf bei japanischen Staatsanleihen (JGBs) ausgelöst und die Renditen Anfang der Woche auf Mehrjahreshöchststände getrieben.

Der jüngste Vorstoß der Regierung wirkte stabilisierend: Der Yen, der zuletzt nahe 40-Jahres-Tiefs notiert hatte, festigte sich nach Katayamas Kommentaren um mehr als 0,5 Prozent auf 161,45 pro US-Dollar. Gleichzeitig milderte sich der Renditedruck bei japanischen Staatsanleihen, und der Nikkei konnte seine positive Dynamik aufrechterhalten.

SK Hynix-Börsendebüt rückt KI-Sektor in den Fokus

Parallel dazu kehrt das Thema Künstliche Intelligenz (KI) pünktlich vor dem vielbeachteten US-Börsendebüt des südkoreanischen Chip-Schwergewichts SK Hynix in den Vordergrund. Das Unternehmen hat bei seinem Börsengang 26,5 Milliarden US-Dollar eingesammelt und gilt als eines der wichtigsten Aushängeschilder der KI-Branche.

Chip-Aktien haben nach einer fulminanten Rally in den vergangenen Wochen jedoch etwas an Schwung verloren. Anleger machen sich Sorgen über die KI-Ausgaben, extrem hohe Bewertungen und das Tempo des Gewinnwachstums. Dennoch blicken Marktteilnehmer gespannt auf das Börsendebüt von SK Hynix – insbesondere im Vergleich zum US-Rivalen Micron.

Beim Bewertungsvergleich zeigen sich interessante Unterschiede: Micron wird derzeit mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für die nächsten zwölf Monate von 6,66 gehandelt, während SK Hynix auf ein KGV von 5,5 kommt. Auch die Nachfrage von Privatanlegern beim Debüt dürfte dabei besonders im Fokus stehen.

Inflationsdaten aus Deutschland und Frankreich im Blick

Für den weiteren Handelstag richten sich die Augen der Märkte auch auf Europa. Auf der Agenda stehen die Inflationsdaten für den Monat Juni aus Deutschland und Frankreich. Diese Zahlen könnten wichtige Hinweise auf die weitere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) liefern und die europäischen Märkte zum Wochenschluss bewegen.

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