J. P. Morgan setzt Vestas auf „Positive Catalyst Watch" vor Halbjahresergebnissen
Die US-Investmentbank erwartet eine Prognoseanhebung bei Vestas – die erste seit 2016 – und bestätigt ihr „Overweight"-Rating.

J. P. Morgan hat den dänischen Windkraftanlagenbauer Vestas Wind Systems am Freitag auf seine „Positive Catalyst Watch"-Liste gesetzt. Als Begründung nennt die Bank die starke Onshore-Nachfrage, Fortschritte bei der Installation von Offshore-Turbinen sowie die Aussicht auf eine Prognoseanhebung im Rahmen der für den 13. August erwarteten Halbjahresergebnisse. Die Analysten bestätigten dabei ihr „Overweight"-Rating sowie das Kursziel von 216 Dänischen Kronen (Dkr) für Juni 2027.
Anlass für die Einschätzung war ein Treffen mit Vestas-Finanzvorstand Jacob Larsen auf der Industriekonferenz von J. P. Morgan. Die Analysten zeigten sich nach dem Gespräch in ihrer positiven Haltung gegenüber dem Unternehmen bestärkt. Besonders hervorzuheben ist, dass eine mögliche Anhebung der Jahresprognose mit den H1-Ergebnissen laut J. P. Morgan „die erste seit 2016" wäre – ein potenziell bedeutendes Signal für den Markt.
Der Konsens prognostiziert für das Gesamtjahr ein bereinigtes EBIT von 1,5 Milliarden Euro, was der Schätzung von J. P. Morgan entspricht und 4 Prozent über dem Mittelwert der aktuellen Prognosespanne des Unternehmens liegt. Dies unterstreicht, dass der Markt bereits eine gewisse Übererfüllung der eigenen Ziele durch Vestas einpreist.
Onshore-Nachfrage auf Rekordniveau
Das Vestas-Management erklärte auf der Konferenz, dass die Onshore-Dynamik „stärker als je zuvor" sei – getrieben vor allem durch die USA und Deutschland. Die US-Projektpipeline, einschließlich bedingter Vereinbarungen, befinde sich auf ihrem bisher höchsten Stand. Besonders Kunden aus dem Bereich der Rechenzentren treiben Projekte voran, was das Management teilweise auf kürzere Lieferzeiten zurückführt.
Ein Risikofaktor bleibt jedoch die laufende US-Untersuchung nach „Section 232" zu Importen von Windkraftkomponenten. Versorgungsunternehmen warten demnach auf die Ergebnisse dieser Untersuchung, die laut Management unmittelbar bevorstehen könnten. Das Risiko möglicher zusätzlicher Zölle gemäß Section 232 liegt dabei laut J. P. Morgan bei den Kunden von Vestas – nicht beim Unternehmen selbst.
Offshore-Geschäft nimmt Fahrt auf
Im Offshore-Bereich vermeldete Vestas ebenfalls positive Entwicklungen. Der Produktionshochlauf der V236-Turbinenplattform sei „vollständig abgesichert", und mehr als 100 Turbinen mit einer Gesamtkapazität von über 1,5 Gigawatt seien bereits auf See installiert. Das Unternehmen geht davon aus, seine ersten beiden Offshore-Projekte im Laufe des Sommers abzuschließen, und hat bereits mit der Installation von zwei weiteren Projekten begonnen.
Langfristig erwartet das Management, dass die Offshore-Margen bis zum Ende des Jahrzehnts das Niveau des Onshore-Geschäfts erreichen könnten – sobald die Entwicklungskosten für die V236-Plattform vollständig amortisiert sind. Dies wäre ein wichtiger Meilenstein für die Profitabilität des Unternehmens.
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Zur AktienanalyseService-Segment und Aktienrückkauf im Fokus
Im Service-Segment sieht das Management einen „klaren Weg", um langfristig eine operative Marge von 25 Prozent zu erreichen. Die Kosten wurden bereits um 9 Prozent gesenkt, erzielt durch geringere Entschädigungszahlungen und weniger Wartungsbesuche pro Turbine. Die Nettovertragsvermögenswerte sollen ab 2027 sinken, wobei das Management größere Abschreibungen ausschloss.
Darüber hinaus erklärte das Management, man sei offen für die Ankündigung eines weiteren Aktienrückkaufs zusammen mit den Ergebnissen des zweiten Quartals. Der Cashflow werde voraussichtlich einem normalen saisonalen Muster folgen, ohne dass es Unregelmäßigkeiten zu vermelden gäbe. Für Anleger könnte ein Aktienrückkaufprogramm ein zusätzliches positives Signal darstellen.


