J. M. Smucker übertrifft Erwartungen dank sinkender Kaffeekosten
Der US-Lebensmittelhersteller legt optimistische Jahresprognose vor – die Aktie springt im Handel um 12% nach oben.

Der US-amerikanische Lebensmittelhersteller J. M. Smucker hat am Dienstag eine Jahresgewinnprognose vorgelegt, die die Erwartungen der Wall Street übertrifft. Als Treiber nennt das Unternehmen sinkende Kaffeekosten, eine robuste Nachfrage nach seinen Uncrustables-Sandwiches und Hostess-Donuts sowie ein starkes Tiernahrungsgeschäft. Die Aktie reagierte mit einem Kursanstieg von rund 12% im morgendlichen Handel.
Für das Geschäftsjahr 2027 prognostiziert Smucker einen bereinigten Gewinn zwischen 9,75 und 10,25 US-Dollar je Aktie. Der Mittelwert dieser Spanne liegt damit über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 9,79 US-Dollar je Aktie, wie aus Daten des Finanzdienstleisters LSEG hervorgeht. Rückenwind erhält das Unternehmen dabei vor allem durch die Entspannung am Kaffeemarkt, nachdem die Rohkaffeepreise in den vergangenen Jahren stark gestiegen waren.
Kaffeepreise als Schlüsselfaktor
CEO Mark Smucker kommentierte die Entwicklung mit klaren Worten: „Die Deflation bei Rohkaffee wird voraussichtlich ein Gegenwind für den Nettoumsatz, aber ein Rückenwind für die Margen sein." Das Unternehmen ist unter anderem Hersteller der bekannten Kaffeemarke Folgers und hatte zuletzt auf Preissenkungen gesetzt, um Marktanteile zu verteidigen und die Margen wieder aufzubauen.
Konkret erwartet Smucker, dass sich die bereinigte Bruttomarge im Gesamtjahr um rund 300 Basispunkte auf etwa 38% ausweiten wird. Unterstützt wird diese Entwicklung durch niedrigere Rohstoffkosten, geringeren Zolldruck sowie laufende Kosteneinsparungsinitiativen. Für deutsche Anleger ist dies ein wichtiges Signal: Sinkende Inputkosten können die Profitabilität eines Unternehmens deutlich verbessern, selbst wenn der Umsatz stagniert oder leicht zurückgeht.
Die Quartalsergebnisse für das vierte Quartal fielen ebenfalls besser als erwartet aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,77 US-Dollar und übertraf damit die Analystenschätzung von 2,64 US-Dollar. Der Nettoumsatz stieg um rund 6% auf 2,27 Milliarden US-Dollar und übertraf damit leicht die Markterwartungen.
Umsatzrückgang erwartet, Margen im Fokus
Trotz des positiven Gewinnausblicks rechnet Smucker für das Geschäftsjahr 2027 mit einem Rückgang des Nettoumsatzes um 3% bis 4%. Analysten hatten hingegen mit einem Wachstum von knapp 1% gerechnet. Das Unternehmen begründet dies unter anderem mit der Preissensibilität der Verbraucher sowie einem „dynamischen und sich entwickelnden" externen Umfeld, zu dem auch geopolitische Spannungen zählen, die das Absatzvolumen begrenzen könnten.
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Zur AktienanalyseGleichzeitig profitiert Smucker von einem veränderten Konsumverhalten: Preisbewusste Verbraucher essen seltener auswärts und greifen stattdessen häufiger zu servierfertige Grundnahrungsmitteln und Kaffee für zu Hause. Dieser Trend kommt dem Produktportfolio des Unternehmens direkt zugute.
Das Unternehmen stellte zudem fest, dass etwa zwei Drittel seines Portfolios entweder Marktanteile gewinnen oder halten – selbst angesichts des wachsenden Trends zu Eigenmarken und gesünderen Produkten. Letzterer wird teilweise durch den zunehmenden Einsatz von GLP-1-Abnehmmedikamenten angetrieben, die das Kaufverhalten bei bestimmten Lebensmittelkategorien beeinflussen. Für Smucker scheint das Geschäftsmodell mit bekannten Marken und preisgünstigen Alltagsprodukten dennoch widerstandsfähig zu bleiben.


