ANZEIGE

IWF und Weltbank: Geopolitische Schocks überfordern globale Finanzinstitutionen

Die Frühjahrstagungen in Washington offenbarten die Grenzen multilateraler Institutionen – und die schwindende Führungsrolle der USA in Krisen.

•• 3 Min
IWF und Weltbank: Geopolitische Schocks überfordern globale Finanzinstitutionen

Die Frühjahrstagungen von IWF und Weltbank in Washington haben eine ernüchternde Erkenntnis gebracht: Die globalen Finanzinstitutionen stoßen bei der Abfederung geopolitischer Schocks an ihre Grenzen. Während die Teilnehmer zwischen Pessimismus und vorsichtigem Optimismus schwankten, fiel die entscheidende Weichenstellung nicht auf dem Campus von IWF und Weltbank – sondern zwischen Washington und Teheran.

Der Nahost-Konflikt und die Lage an der Straße von Hormus dominierten die Stimmung der versammelten Finanzminister und Zentralbanker. Zeitweise keimte Hoffnung auf, dass der Iran die strategisch wichtige Meerenge wieder für den freien Schiffsverkehr öffnen könnte. Bis Samstag verflog dieser Optimismus jedoch angesichts neuer Angriffe auf die Schifffahrt wieder.

„Tatsächlich fallen einige der wichtigsten Entscheidungen für die Weltwirtschaft nicht hier", sagte Josh Lipsky, Leiter für internationale Wirtschaft beim Atlantic Council. „Die wichtigste Entwicklung in der Weltwirtschaft fand zwischen den USA und dem Iran statt."

Wachstumsprognosen unter Druck

Der IWF veröffentlichte während der Tagung eine leicht gesenkte globale Wachstumsprognose für 2026 von 3,1 Prozent – und das im optimistischsten von drei entworfenen Szenarien. Kaum war diese Zahl veröffentlicht, galt sie bereits als überholt. Beobachter warnten, die Weltwirtschaft driftet auf ein ungünstigeres Wachstumsszenario von nur 2,5 Prozent zu. Der jüngste Weltwirtschaftsausblick des Fonds hält fest, dass ein langwieriger Krieg die Weltwirtschaft sogar in eine Rezession stürzen könnte.

Der saudi-arabische Finanzminister Mohammed Al-Jadaan brachte die Stimmung vieler Beamter auf den Punkt: Er fühle sich mit einer positiven Prognose erst wohl, wenn Tanker die Meerenge wieder ungehindert passieren können, Versicherungen erschwinglich seien und die physischen Energiepreise sinken würden. „Wenn die Gewässer frei sind", sagte Al-Jadaan auf einer Pressekonferenz, „wäre das für mich der Auslöser für eine Änderung des Szenarios."

Trotz dieser Unsicherheiten erzielten IWF und Weltbank gemeinsam konkrete Ergebnisse: Sie sagten bis zu 150 Milliarden US-Dollar an neuen Finanzhilfen für die am stärksten vom Energiepreisschock betroffenen Entwicklungsländer zu. Zudem feierten die Institutionen die Wiederaufnahme der Beziehungen zur Interimsregierung Venezuelas nach einer siebenjährigen Unterbrechung. Gleichzeitig warnten sie die Länder davor, Öl zu horten und auf teure, ungezielte Kraftstoffsubventionen zu setzen.

Schwindende US-Führungsrolle als neue Realität

Eine ständige Abfolge von Schocks – beginnend mit der COVID-19-Pandemie 2020, fortgesetzt durch die russische Invasion in der Ukraine 2022 und nun dem Nahost-Konflikt – lehre die Länder, dass die USA nicht mehr der „General" der internationalen Ordnung seien, so Lipsky. Washington liefere nicht zwangsläufig Lösungen.

Hinter verschlossenen Türen übermittelten Beamte, insbesondere aus Europa, die klare Botschaft an die USA, dass Washington Maßnahmen zur Wiederöffnung der Meerenge ergreifen müsse. In der Öffentlichkeit fielen die Kommentare diplomatischer aus. Der französische Finanzminister Roland Lescure sagte vor Journalisten: „Der Knotenpunkt dieses Konflikts ist die Straße von Hormus. Wir müssen sie öffnen, aber nicht um jeden Preis."

US-Finanzminister Scott Bessent startete am Freitag eine Initiative, in der er die G20-Staaten, den IWF und die Weltbank zu koordinierten Maßnahmen aufrief, um den Zugang zu Düngemitteln angesichts von Lieferunterbrechungen aus den Golfstaaten zu sichern. Kritiker merkten jedoch an, dass dies sieben Wochen nach Kriegsbeginn wenig dazu beitragen werde, die Engpässe für Landwirte zu lindern, die auf der Nordhalbkugel bereits ihre Frühjahrskulturen aussäen.

Afrikas Chefökonom sieht neue Chancen

Kevin Chika Urama, Chefökonom der Afrikanischen Entwicklungsbank, versuchte der Krise auch eine konstruktive Seite abzugewinnen. Die Nahostkrise biete afrikanischen Ländern einen neuen Impuls, regionale Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zu vertiefen, an alternativen Energiequellen zu arbeiten und die enormen Erdgasreserven des Kontinents zu erschließen. „Geopolitische Spannungen sind die neue Normalität, und die Unsicherheit in der Politikgestaltung ist zur Gewissheit geworden", sagte er bei einer Podiumsdiskussion mit anderen Chefökonomen multilateraler Institutionen.

Die Diskussionen über Handelsspannungen – ausgelöst durch die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump – fielen bei den diesjährigen Treffen verhaltener aus als erwartet. Auch der Krieg Russlands gegen die Ukraine trat in den Hintergrund, obwohl die G7-Finanzminister versprachen, den Druck auf Moskau aufrechtzuerhalten. Die zentrale Botschaft der Tagungen bleibt dennoch klar: In einer Welt sich häufender Krisen stoßen selbst die mächtigsten Finanzinstitutionen der Welt an die Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit.

Iwf Frühjahrstagung 2025Weltbank Tagung WashingtonStraße Von Hormus WeltwirtschaftGlobale Wachstumsprognose 2026Geopolitische Schocks WirtschaftNahost-Konflikt ÖlpreiseUs-Führungsrolle Internationale Ordnung

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. Börsenkorrektur kommt unweigerlich: So bereiten sich Anleger richtig vor
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.