IWF-Chefin lobt Argentiniens Haushaltslage nach Milei-Reformen
Kristalina Georgieva bewertet Argentiniens fiskalische Lage als „solider" – warnt aber vor wachsender informeller Beschäftigung.

Kristalina Georgieva, die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), hat Argentinien für seine wirtschaftlichen Fortschritte unter Präsident Javier Milei gelobt. Bei einem zweitägigen Besuch in dem südamerikanischen Land erklärte sie, dass Argentinien eine solidere Haushaltslage erreicht habe als noch vor den eingeleiteten Reformen.
Georgieva bezeichnete den aktuellen fiskalischen Zustand des Landes im direkten Vergleich zur vorherigen Situation als „solider". Damit würdigt die IWF-Chefin die tiefgreifenden Wirtschaftsreformen, die Präsident Milei seit seinem Amtsantritt durchgesetzt hat. Argentinien kämpft seit Jahren mit strukturellen Haushaltsproblemen, hoher Inflation und einer schwachen Währung.
Lob mit Einschränkungen
Trotz des positiven Grundtenors mahnte Georgieva zur Geduld und Beharrlichkeit. „Die Transformation, die Argentinien durchläuft, ist schwierig – aber Ausdauer und die Aufrechterhaltung der makroökonomischen und finanziellen Stabilität bringen Vorteile mit sich", sagte die IWF-Direktorin. Diese Aussage unterstreicht, dass der Reformkurs zwar auf dem richtigen Weg sei, aber noch erhebliche Anstrengungen erfordere.
Gleichzeitig äußerte Georgieva deutliche Bedenken hinsichtlich der Lage auf dem argentinischen Arbeitsmarkt. Den Anstieg der informell Beschäftigten im Land bezeichnete sie als „besorgniserregend". Informelle Beschäftigung gilt in vielen Schwellenländern als Indikator für wirtschaftliche Unsicherheit und mangelnden sozialen Schutz für Arbeitnehmer.
Empfehlung: Besserer Zugang zu Bankkrediten
Neben der Warnung vor dem Anstieg der Schattenwirtschaft gab die IWF-Chefin auch eine konkrete wirtschaftspolitische Empfehlung ab. Argentinien solle sich auf die Verbesserung der Bedingungen für die Aufnahme von Bankkrediten konzentrieren, um die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig zu fördern. Ein besserer Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten gilt als wichtiger Hebel, um Investitionen anzukurbeln und das Wirtschaftswachstum zu stärken.
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Zur AktienanalyseArgentinien steht seit Jahren im Fokus des IWF, da das Land zu den größten Schuldnern des Fonds zählt. Die Wirtschaftspolitik von Präsident Milei, der auf radikale Ausgabenkürzungen und Deregulierung setzt, wird international kontrovers diskutiert. Befürworter sehen darin einen notwendigen Schritt zur Stabilisierung, Kritiker warnen vor sozialen Härten für die Bevölkerung.
Der Besuch von Georgieva in Buenos Aires gilt als wichtiges Signal für die laufenden Verhandlungen zwischen Argentinien und dem IWF. Die positive Bewertung der fiskalischen Lage könnte die Verhandlungsposition des Landes stärken und das Vertrauen internationaler Investoren in die argentinische Wirtschaft weiter festigen.


