ITV verkauft Mediensparte für 2,1 Milliarden Dollar an Sky
Der britische Fernsehsender ITV trennt sich von seiner Medien- und Unterhaltungssparte – und stärkt damit Europas Medienlandschaft gegen Streaming-Giganten.

Der britische Fernsehsender ITV hat am Montag einen milliardenschweren Deal bekanntgegeben: Die Medien- und Unterhaltungssparte des Konzerns wird für 1,6 Milliarden Pfund (rund 2,13 Milliarden US-Dollar) an Sky verkauft – die britische Pay-TV-Tochter des US-Medienriesen Comcast. Die Transaktion markiert eine der bedeutendsten Konsolidierungen im britischen Medienmarkt seit Jahren.
ITV erhält im Rahmen des Deals 1,2 Milliarden Pfund in bar. Hinzu kommt eine sogenannte Earn-out-Zahlung von bis zu 200 Millionen Pfund, die an die Werbeperformance im Geschäftsjahr 2027 geknüpft ist. Zusätzlich übernimmt ITV die Produktionsfirma Love Productions – bekannt als Produzent der beliebten Backshow „The Great British Bake Off" –, die in das verbleibende Geschäft von ITV Studios integriert wird.
Reaktion auf den Aufstieg von Streaming-Diensten
Der Zusammenschluss von Großbritanniens größtem privaten Free-TV-Sender mit dem Pay-TV-Anbieter Sky wäre noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen. Doch der rasante Aufstieg von Plattformen wie YouTube, Netflix, Amazon und Disney zwingt traditionelle Rundfunkanstalten dazu, durch Größe und Bündelung von Ressourcen wettbewerbsfähig zu bleiben.
Sky-CEO Dana Strong bezeichnete die Transaktion als einen „entscheidenden Moment" für die britischen Medien. „Die Zusammenführung von Sky und ITV Media & Entertainment vereint das Beste aus Free-TV, Pay-TV und Streaming. So stellen wir sicher, dass die Zuschauer im gesamten Vereinigten Königreich auch in einer sich schnell verändernden Welt weiterhin erstklassige britische Programme genießen können", erklärte Strong. Sie betonte zudem: „ITV wird ein öffentlich-rechtlich orientierter Sender im Herzen des britischen Lebens bleiben, und wir freuen uns auf die Zukunft, die wir gemeinsam gestalten können."
ITV wird zum reinen Produktionsunternehmen
Durch den Verkauf wandelt sich ITV grundlegend: Der Konzern wird künftig als eigenständiges Produktionsunternehmen operieren. In dieser neuen Rolle soll ITV Formate sowohl für das fusionierte Unternehmen ITV-Sky als auch für andere Sender und Streaming-Anbieter weltweit produzieren. Das Unternehmen konzentriert sich damit auf sein Kerngeschäft als Content-Lieferant – ein Modell, das in der modernen Medienbranche zunehmend an Bedeutung gewinnt.
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Zur AktienanalyseDie neu fusionierte Einheit aus ITV M&E und Sky hat sich darüber hinaus zu erheblichen Investitionen verpflichtet. Im Zeitraum von 2028 bis 2032 sollen mindestens 2,1 Milliarden Pfund in das gemeinsame Geschäft fließen. Dies unterstreicht den langfristigen Anspruch des neuen Medienverbunds, im hart umkämpften britischen und europäischen Markt eine führende Rolle zu spielen.
Für deutsche Anleger und Medienbeobachter ist der Deal ein weiteres Zeichen dafür, dass die klassische Rundfunkbranche unter massivem Konsolidierungsdruck steht. Ähnliche Dynamiken sind auch in Deutschland zu beobachten, wo öffentlich-rechtliche und private Sender gleichermaßen nach Antworten auf die Streaming-Konkurrenz suchen. Der ITV-Sky-Deal könnte dabei als Blaupause für künftige Zusammenschlüsse in Europa dienen.


