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Ist die Homeoffice-Ära schon wieder vorbei?

US-Konzerne setzen verstärkt auf Büropräsenz

Ist die Homeoffice-Ära schon wieder vorbei?

Im Zuge der Corona-Pandemie wurde Homeoffice für zahlreiche Konzerne zur vorherrschenden Option, um die Arbeit fortzusetzen. Doch nun gehen einige Unternehmen in den USA dazu über, ihre Mitarbeiter vermehrt ins Büro zurückzubeordern. Sogar die Firma Zoom, die Videocall-Software anbietet, fordert von ihren Beschäftigten, zumindest zwei Tage pro Woche im Büro zu sein. Dieser Trend findet auch bei anderen großen Unternehmen Anklang.

Unternehmen wie der Onlineversandhändler Amazon, Disney und Google verfolgen ähnliche Ansätze: Amazon möchte, dass Mitarbeiter mindestens drei Tage wöchentlich im Büro arbeiten, während Disney eine vier Tage andauernde Präsenzpflicht etabliert hat. Google hingegen schreibt drei Tage Büropräsenz vor und droht bei Nichteinhaltung mit schlechteren Leistungsbeurteilungen. Eine mögliche Kontrolle könnte über die Nutzung der Firmenausweise erfolgen, um den Zugang zu den Unternehmensgebäuden zu überwachen. Laut einem Google-Sprecher sei Homeoffice nur noch in Ausnahmefällen gestattet.

Unterschiedliche Strategien verfolgt die Tech-Firma Salesforce aus San Francisco, die versucht, ihre Mitarbeiter auf andere Weise zurück ins Büro zu locken. Für jeden Arbeitstag vor Ort spendet das Unternehmen zehn US-Dollar an den Angestellten, jedoch maximal zehn Tage lang. Als Argument für die stärkere Büropräsenz wird der "Serendipity-Moment" genannt – die spontanen Begegnungen, Gespräche und Ideen, die in persönlichen Treffen entstehen.

Fachjournalistin Joanne Lipman betont, dass Videokonferenzen oft nicht so effektiv für Brainstorming sind wie persönliche Meetings. Dies habe auch Studien gezeigt. Diese Vorgehensweise könne jedoch im Widerspruch zu den Wünschen der Mitarbeiter stehen, die solche Regeln als willkürlich empfinden und sich nach dem Grund dafür fragen.

Eine Studie der Stanford-Universität betont, dass vollständig im Homeoffice arbeitende Personen laut Untersuchungen um zehn Prozent weniger produktiv sind. Die Kommunikation gestaltet sich schwieriger und das Feedback ist eingeschränkter. Die Präferenz für Homeoffice oder Büro hängt laut Karin Kimbrough, Chefökonomin und Datenwissenschaftlerin bei Linkedin, auch vom Alter ab. Jüngere bevorzugen die Arbeit im Büro für die sozialen Kontakte und das Coaching, während ältere Mitarbeiter mit Familie zu Hause bleiben möchten.

Angesichts dieser unterschiedlichen Präferenzen schlägt Nicholas Bloom, Wirtschaftswissenschaftler der Stanford-Universität, eine hybride Lösung vor. Eine Mischung aus Büro- und Homeoffice-Arbeit könne die Zukunft sein. Dabei sei die Vorstellung von fünf Tagen im Homeoffice eher unwahrscheinlich, genauso wie die ständige Präsenz im Büro, die von den Mitarbeitern nicht gewünscht werde.

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