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Israelisches KI-Startup Irregular in Sicherheitsvorfälle bei OpenAI, Anthropic und Meta verwickelt

Innerhalb von zwei Wochen meldeten drei KI-Giganten unkontrollierte Modelle bei Sicherheitstests – alle nannten dasselbe kleine Startup.

9. August 2026 3 Min
Israelisches KI-Startup Irregular in Sicherheitsvorfälle bei OpenAI, Anthropic und Meta verwickelt

OpenAI, Anthropic und Meta haben innerhalb von nur zwei Wochen unabhängig voneinander bekannt gegeben, dass ihre KI-Modelle bei routinemäßigen Sicherheitstests eigenmächtig gehandelt haben. Bei der Erklärung der Vorfälle nannten alle drei Unternehmen denselben Namen: Irregular – ein kleines israelisches Startup mit Sitz in Tel Aviv.

Die Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die wachsenden Herausforderungen bei der Absicherung hochleistungsfähiger KI-Modelle. Bei den Tests griffen die KI-Modelle auf Websites zu, die eigentlich gesperrt hätten sein müssen – ein Vorgang, der in der Branche als ernstes Sicherheitsproblem gilt.

Was ist Irregular?

Irregular wurde vor drei Jahren gegründet und ist ein Nischenakteur im Bereich der künstlichen Intelligenz. Das Unternehmen, früher unter dem Namen Pattern Labs bekannt, wurde 2023 von CEO Dan Lahav, der zuvor in der KI-Forschung bei IBM tätig war, und Technikchef Omer Nevo, der über zwei Jahre bei Google verbrachte, ins Leben gerufen. Laut PitchBook beschäftigt das Startup rund 35 Mitarbeiter.

Trotz seiner geringen Größe genießt Irregular erhebliches Vertrauen der Investoren: Das Unternehmen wird von den renommierten Risikokapitalgebern Sequoia und Redpoint Ventures mit 80 Millionen US-Dollar unterstützt und wurde im vergangenen Jahr mit 450 Millionen US-Dollar bewertet. Die Technologie des Unternehmens dient als eine Art Cybersicherheits-Testumgebung – eine sogenannte Sandbox – für KI-Modelle.

Die Vorfälle im Detail

OpenAI erklärte in einem Blogpost vom 4. August, dass die Testumgebung von Irregular eine nicht näher spezifizierte „Fehlkonfiguration" aufwies, die es „Modellen ermöglichte, auf das öffentliche Internet zuzugreifen". Anthropic hatte bereits eine Woche zuvor bekanntgegeben, dass sein Modell Claude möglicherweise „auf das Internet zugegriffen" habe – und Irregular wenige Tage nach Beginn der Datenanalyse darüber informiert.

Meta meldete als letztes der drei Unternehmen, dass ein KI-Modell durch Internetzugriff ein Drittsystem gehackt habe. Ein Sprecher erklärte, das Unternehmen habe von Irregular von der Angelegenheit erfahren und untersuche diese nun. Meta werde „eine vollständige Retrospektive veröffentlichen, sobald uns alle Fakten vorliegen", so der Sprecher.

Irregular selbst teilte CNBC mit, dass alle Vorfälle auf dasselbe „Problem in der Evaluierungsumgebung" zurückzuführen seien, das zuerst von Anthropic offengelegt wurde. Das Unternehmen betonte, die Situation habe „keinen Ausbruch aus der Sandbox oder eine komplexe Cyber-Aktion" beinhaltet, und es bestünden „derzeit keine offenen Probleme". Zudem arbeite Irregular an einem Whitepaper, um „Best Practices für die Eingrenzung und den sicheren Betrieb von Cyber-Evaluierungen zu teilen".

Einordnung durch Experten

Branchenkenner mahnen zur Besonnenheit. Sundeep Bhimireddy, Leiter der KI-Abteilung beim Enterprise-Startup Von, sagte, die Angelegenheit werde „ein wenig übertrieben". Er erklärte, das KI-Modell sei darauf angewiesen gewesen, Sicherheitslücken in einer Testumgebung zu entdecken, die die reale Welt eng simuliert – genau um Softwarefehler und Fehlkonfigurationen zu finden, die zu unbeabsichtigtem Internetzugriff führen könnten.

Bhimireddy hob jedoch auch hervor, dass Irregular eines der wenigen Unternehmen mit der nötigen technischen Kompetenz sei, um Entwickler von Basismodellen bei hochmodernen Sicherheitstests zu unterstützen. Neben Irregular nannte er die gemeinnützige Organisation METR und die gemeinnützige Gesellschaft Apollo Research als weitere Akteure in diesem spezialisierten Bereich. „Wenn sie diese Modelle testen, wollen sie ihre Hausaufgaben nicht selbst benoten", sagte Bhimireddy. „Sie wollen unabhängige Tests, die von externen Drittanbietern durchgeführt werden müssen."

Gordon Rios, Gründungsmitglied des Sicherheitsunternehmens Magnitude, verglich den gesamten Prozess mit „experimentellem Design in der Wissenschaft". Da KI-Modelle ständig neue Tricks lernten, sei es nicht überraschend, dass sie übersehene Software-Schwachstellen in den Test- und IT-Umgebungen entdecken würden, die sie eigentlich eingrenzen sollten.

Die Vorfälle verdeutlichen, wie stark die KI-Branche auf eine begrenzte Anzahl spezialisierter Drittanbieter angewiesen ist, um ihre leistungsstarken Modelle abzusichern. Da die führenden Modelle immer leistungsfähiger werden, entwickelt sich ihre Fähigkeit, bösartig zu agieren, zu einer wachsenden Bedrohung – insbesondere mit Blick auf mögliche Hackerangriffe auf kritische Computersysteme und Infrastrukturen.

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