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Israel weitet Angriffe auf Ostlibanon trotz Waffenstillstand aus

Das israelische Militär bombardiert erstmals das Bekaa-Tal – während ein US-vermittelter Waffenstillstand weiterhin brüchig bleibt.

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Israel weitet Angriffe auf Ostlibanon trotz Waffenstillstand aus

Das israelische Militär hat am Montag seine Bombenangriffe auf den Libanon ausgeweitet und dabei erstmals das Bekaa-Tal im Osten des Landes ins Visier genommen. Dies markiert eine neue Eskalation trotz eines seit dem 16. April geltenden Waffenstillstands, der von den USA vermittelt wurde. Der Waffenstillstand hatte die Intensität der Kämpfe zwar deutlich reduziert, den gegenseitigen Beschuss zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz jedoch nicht vollständig beendet.

Ein Sprecher des israelischen Militärs bestätigte, man beginne damit, Hisbollah-Infrastruktur in der Bekaa-Ebene sowie Gebiete im Südlibanon anzugreifen. Sicherheitsquellen berichteten Reuters zufolge von Angriffen in der Nähe der Stadt Nabi Chit, nahe der libanesischen Ostgrenze zu Syrien. Zunächst gab es keine Berichte über Todesopfer in diesem Gebiet. Die staatliche libanesische Medienagentur meldete jedoch mehrere Angriffe im Süden des Landes, bei denen mindestens drei Personen verletzt wurden.

Israel setzt seine Militäroperationen im gesamten Südlibanon fort und hält weiterhin einen Gebietsstreifen im Süden besetzt. Dabei zerstören israelische Truppen Häuser, die sie als von der Hisbollah genutzte Infrastruktur bezeichnen. Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz ihrerseits setzt Drohnen- und Raketenangriffe gegen israelische Truppen im Libanon sowie auf Nordisrael fort. Am Montag gab die Hisbollah bekannt, einen israelischen Panzer im Südlibanon mit einer Drohne angegriffen zu haben. Das israelische Militär bestätigte, eine Hisbollah-Drohne sei in der Nähe seiner Truppen explodiert, ohne Opfer zu fordern.

Mehr als 2.500 Tote seit Kriegsbeginn

Seit dem 2. März sind bei israelischen Angriffen im gesamten Libanon mehr als 2.500 Menschen getötet worden. Damals hatte die Hisbollah zur Unterstützung ihres Verbündeten Iran das Feuer auf Israel eröffnet und damit eine israelische Boden- und Luftoffensive ausgelöst, die weite Teile des Südlibanon in Trümmern hinterlassen hat. Der Konflikt hat die gesellschaftlichen Gräben im Libanon weiter vertieft – die Bevölkerung ist über die Bewaffnung der Hisbollah und mögliche Friedensgespräche mit Israel tief gespalten.

Die libanesischen und israelischen Botschafter in den Vereinigten Staaten sind bereits zweimal zusammengetroffen, um über den Waffenstillstand zu beraten. Diese Gespräche sollen den Weg für direkte Verhandlungen zu einem dauerhaften Friedensabkommen zwischen den langjährigen Feinden ebnen. Die Hisbollah lehnt direkte Verhandlungen jedoch entschieden ab.

Hisbollah-Chef und libanesischer Präsident im offenen Konflikt

Hisbollah-Anführer Naim Qassem bezeichnete die Gespräche in einer schriftlichen Erklärung als „demütigendes und unnötiges Zugeständnis". „Um es klar zu sagen: Diese direkten Verhandlungen und ihre Ergebnisse werden von uns als nicht existent betrachtet und gehen uns nichts an. Wir werden unseren defensiven Widerstand für den Libanon und sein Volk fortsetzen", erklärte Qassem.

Der libanesische Präsident Joseph Aoun verteidigte dagegen den Schritt seiner Regierung, direkte Gespräche aufzunehmen, und teilte dabei indirekt gegen die Hisbollah aus – ohne die Gruppe beim Namen zu nennen. „Was wir tun, ist kein Verrat; Verrat wird vielmehr von demjenigen begangen, der sein Land in den Krieg führt, um externe Interessen zu verfolgen", hieß es in einer Erklärung seines Büros. Damit spielte Aoun offensichtlich auf die Entscheidung der Hisbollah an, in den regionalen Krieg einzutreten.

Aoun richtete zudem eine direkte Frage an die Kritiker der Verhandlungen: „Einige ziehen uns zur Rechenschaft, weil wir uns unter dem Vorwand eines fehlenden nationalen Konsenses für Verhandlungen entschieden haben, und ich frage: Als Sie in den Krieg zogen, haben Sie da vorher einen nationalen Konsens eingeholt?" Die Aussage verdeutlicht, wie tief der politische Riss im Libanon zwischen der Staatsführung und der mächtigen Hisbollah-Miliz inzwischen reicht.

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