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Iran wirft Trump Theaterdiplomatie vor – Hormus-Verkehr bricht ein

Irans Chefunterhändler kritisiert Trumps widersprüchliche Signale, während der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus dramatisch einbricht.

Iran wirft Trump Theaterdiplomatie vor – Hormus-Verkehr bricht ein

Irans Parlamentssprecher und Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf hat US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. In einem Post auf X warf er Trump vor, „Theaterdiplomatie" zu betreiben – ein offensichtlicher Seitenhieb auf die widersprüchlichen Signale aus Washington. „'Massiver Angriff bevorstehend … Moment, egal, sie wollen verhandeln.' Das ist Theaterdiplomatie in Dauerschleife", schrieb Ghalibaf am Donnerstag.

Die Äußerungen fielen wenige Tage, nachdem Trump geplante Angriffe abgesagt und erklärt hatte, die Eckpunkte eines Abkommens mit Teheran seien bereits ausgehandelt worden. Iranische Regierungsvertreter wiesen diese Behauptung jedoch zurück und erklärten, es fänden keinerlei Gespräche statt. Washington und Teheran liefern sich damit einen öffentlichen Schlagabtausch über den Stand der Diplomatie.

Dramatischer Rückgang des Schiffsverkehrs

Der Konflikt hat inzwischen massive Auswirkungen auf eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Laut Daten des Tracking-Dienstes Kpler passierten am Mittwoch nur noch zwei Schiffe die Straße von Hormus – gegenüber acht am Vortag. Im Vergleich dazu lag das Vorkriegsniveau bei rund 130 bis 140 Passagen pro Tag. Auch das Bab al-Mandab, ein weiteres kritisches Nadelöhr am Golf von Aden, verzeichnete einen drastischen Einbruch: von 20 Schiffen auf einen einzigen Massengutfrachter.

Analysten gehen davon aus, dass die Warenströme durch Hormus selbst bei einer Einigung zwischen dem Oman und dem Iran über die Verwaltung der Wasserstraße nicht kurzfristig das Vorkriegsniveau erreichen werden. Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete am Donnerstag über einen Planentwurf, wonach US-amerikanische und israelische Schiffe von der Straße von Hormus ausgeschlossen werden sollen. Die Beschränkungen würden demnach auch auf Länder ausgeweitet, die dem Iran „Schaden zugefügt" haben – solange keine Entschädigungszahlungen geleistet werden.

Zusätzlich plant der Iran laut Fars Strafzahlungen von bis zu 20 Prozent des Frachtwertes für Verstöße gegen die Bedingungen des Abkommens, das derzeit geprüft wird. Regionale Regierungsvertreter hatten zuvor erklärt, Iran und Oman stünden kurz vor einem Rahmenabkommen, das den gesamten einlaufenden Verkehr durch iranische Hoheitsgewässer sowie den auslaufenden Verkehr über eine Route näher am Oman regeln soll. Eine automatische Wiedereröffnung der Wasserstraße wäre damit jedoch nicht verbunden.

Ölpreise steigen – Saudi-Arabien in Alarmbereitschaft

Die Energiemärkte reagierten prompt auf die verschärfte Lage. Brent-Rohöl-Futures für die Lieferung im Oktober legten um 1,3 Prozent auf 83,55 US-Dollar pro Barrel zu. WTI-Rohöl-Futures für September stiegen um rund 1,1 Prozent auf 78,17 US-Dollar. Damit wurden Verluste vom Vortag wettgemacht, die durch kurzzeitigen Optimismus über ein baldiges Hormus-Abkommen entstanden waren.

Parallel dazu bereitet sich Saudi-Arabien laut einem Bericht von CNN auf „mehrere koordinierte Angriffe" durch irakische Milizfraktionen vor, die mit den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen zusammenarbeiten. Ein saudi-arabischer Beamter erklärte gegenüber CNN, Geheimdienstberichte aus Saudi-Arabien und von Regionalregierungen deuteten darauf hin, dass die Gruppen unter der Führung der iranischen Revolutionsgarden planten, das Königreich „in sehr naher Zukunft" anzugreifen.

Die Warnung erfolgte einen Tag, nachdem die Huthis die Verantwortung für Angriffe auf zwei saudi-arabische Öltanker im Golf von Aden übernommen hatten. Saudi-Arabien war in den letzten Wochen bereits Ziel von Raketenbeschuss durch die Huthis sowie von Drohnenangriffen durch vom Iran unterstützte irakische Milizen.

Trump weist Berichte über Munitionsengpässe zurück

In einem Post auf Truth Social wies Trump am Donnerstag Berichte zurück, wonach die US-Munitionsvorräte durch den Krieg erschöpft seien. „Die USA verfügen über gewaltige Mengen an 'Munition', insbesondere bestimmter Arten", erklärte er und drohte mit „langjährigen Haftstrafen" für Personen, die Informationen durchsickern lassen. CNN berichtete jedoch später, dass Trump im Oval Office einräumte, bestimmte Munitionsarten seien „knapper", während er darauf bestand, dass weniger fortschrittliche Waffen weiterhin in praktisch unbegrenzter Menge zur Verfügung stünden.

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