Iran unter Beschuss: Angriff auf militärische Ziele
Ölindustrie bleibt unversehrt – Exporte nach China erreichen höchsten Stand seit 2018

Israels Streitkräfte haben am Freitag gezielte Luftschläge gegen iranische Einrichtungen durchgeführt, darunter Nuklearanlagen, Raketenfabriken und militärische Führungsstrukturen. Die Angriffe markieren den Beginn einer angekündigten längerfristigen Operation mit dem Ziel, den Bau einer Atombombe durch den Iran zu verhindern. Laut Angaben der National Iranian Oil Refining and Distribution Company blieben die Raffinerien und Öllager des Landes von den Angriffen unbeschädigt.
Der Iran ist der drittgrößte Produzent innerhalb der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und fördert täglich etwa 3,3 Millionen Barrel Rohöl, was rund drei Prozent der weltweiten Produktion entspricht. Seine Energieinfrastruktur konzentriert sich auf die Provinzen Khuzestan für Öl und Bushehr für Gas und Kondensate, insbesondere aus dem riesigen South-Pars-Feld. Etwa 90 Prozent des Rohöls werden über die Insel Kharg exportiert.
Nach einem historischen Fördermaximum von sechs Millionen Barrel täglich im Jahr 1974 fiel die iranische Produktion infolge westlicher Sanktionen deutlich zurück. Die Vereinigten Staaten verhängten 1979 die ersten Sanktionen gegen Teheran. 2018 verschärfte Washington unter Präsident Donald Trump die Maßnahmen erneut, nachdem er das Atomabkommen aufkündigte. In der Folgezeit sanken die iranischen Ölexporte phasenweise auf nahezu null.
Unter der Präsidentschaft von Joe Biden stiegen die Exporte wieder an. Experten führen dies auf eine weniger konsequente Durchsetzung der Sanktionen und Irans Fähigkeit zurück, diese zu umgehen. Der Iran nutzt dazu unter anderem Schiff-zu-Schiff-Transfers sowie das Abschalten von Satellitenortungssystemen.
In den vergangenen Monaten erreichten die iranischen Ölexporte mit 1,8 Millionen Barrel pro Tag den höchsten Stand seit 2018. Hauptabnehmer ist China. Die Regierung in Peking erkennt Sanktionen gegen ihre Handelspartner offiziell nicht an. Insbesondere private chinesische Raffinerien kaufen iranisches Öl, obwohl einige von ihnen inzwischen auf der Sanktionsliste des US-Finanzministeriums stehen. Hinweise auf eine spürbare Einschränkung der Lieferungen nach China gibt es bisher nicht.
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Zur AktienanalyseNeben Rohöl produziert der Iran täglich etwa 34 Milliarden Kubikfuß Erdgas. Laut dem Beratungsunternehmen FGE entspricht dies sieben Prozent der weltweiten Gasproduktion. Das gesamte geförderte Gas wird jedoch im Inland verbraucht. Die Ölraffinierungskapazitäten des Landes liegen laut FGE ebenfalls bei rund 2,6 Millionen Barrel pro Tag, wobei diese Menge teilweise auch als Kondensate und raffinierte Produkte exportiert wird.


