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Iran-Ultimatum: DAX bricht ein – Ölpreis klettert auf 109 Dollar

Iran-Ultimatum: DAX bricht ein – Ölpreis klettert auf 109 Dollar

Brent-Rohöl hat die Marke von 109 Dollar pro Barrel durchbrochen – ein Niveau, das Europas Wirtschaft und Verbraucher gleichermaßen unter Druck setzt. Auslöser ist das eskalierte Säbelrasseln zwischen den USA und dem Iran, das die Finanzmärkte weltweit in Aufruhr versetzt.

US-Präsident Donald Trump beschwor heute einen der "wichtigsten Momente der langen und komplexen Weltgeschichte" und verschärfte seine Drohungen gegenüber Teheran erneut. Nach Ablauf seines Ultimatums in der Nacht um 2:00 Uhr deutscher Zeit werde "eine ganze Zivilisation sterben", so Trump. Zuvor hatte er die "völlige Zerstörung" iranischer Kraftwerke und Brücken angedroht, sollte das Regime die Straße von Hormus nicht öffnen. Noch im Tagesverlauf meldete der Iran Angriffe auf Autobahnen, Brücken sowie die strategisch wichtige Ölinsel Charg.

Der DAX reagierte mit deutlichen Verlusten: Der deutsche Leitindex schloss 1,1 Prozent tiefer bei 22.921 Punkten. Zwischenzeitlich hatte er sogar leicht zugelegt, als die Ölpreise kurzzeitig nachgaben. Marktanalyst Timo Emden erklärte, dass trotz der geopolitischen Spannungen einige Anleger offenbar noch auf einen Last-Minute-Deal zwischen Washington und Teheran setzten.

Auch an der Wall Street zogen sich Investoren zurück. Der Dow Jones notierte am frühen Abend rund 0,9 Prozent im Minus – nach einer Serie robuster Handelstage ein deutliches Zeichen wachsender Nervosität. Der Ölpreis bleibt dabei das zentrale Thema: Brent notierte bei 109 Dollar je Barrel, angetrieben von Sorgen um Versorgungsengpässe in der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte eindringlich: Der Iran-Konflikt könne die globale Inflation anheizen und das Weltwirtschaftswachstum spürbar bremsen. Die OPEC+ hatte zwar am Wochenende eine Erhöhung der Förderquoten beschlossen, doch Experten bezweifeln, dass dieser Schritt kurzfristig die Versorgungslage verbessern kann.

Für deutsche Anleger besonders relevant: Lufthansa-Vorständin Grazia Vittadini warnte in der Welt am Sonntag vor möglichen Kerosin-Engpässen. "Die Frage der Verfügbarkeit von Flugkraftstoff ist an einigen asiatischen Flughäfen bereits jetzt schwierig", sagte sie. "Je länger die Straße von Hormus blockiert bleibt, desto kritischer kann die Versorgungssicherheit mit Kerosin werden." Eine längere Eskalation könnte den Luftverkehr und damit auch die Lufthansa-Aktie erheblich belasten.

Abseits der geopolitischen Krise sorgt die Commerzbank für Schlagzeilen im DAX. Die Bank beharrt auf ihrer Eigenständigkeit und lehnt das Übernahmeangebot der italienischen UniCredit weiterhin ab. Eine "einvernehmliche Lösung" sei aus Sicht der Commerzbank derzeit nicht erkennbar, hieß es in einer offiziellen Mitteilung. Die Bank will am 8. Mai gemeinsam mit den Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 eine Anhebung ihrer Finanzziele bekannt geben – ein klares Signal, dass man die eigene Stärke demonstrieren will. UniCredit hatte Mitte März ein freiwilliges Tauschangebot für alle Commerzbank-Aktien angekündigt. Die bisherigen Gespräche hätten jedoch kein ausreichendes Wertschöpfungspotenzial für die Commerzbank-Aktionäre aufgezeigt, so das Institut.

Eine positive Ausnahme im ansonsten trüben Börsenumfeld liefert Samsung. Der südkoreanische Technologiekonzern profitiert massiv vom Boom bei Speicherchips: Im ersten Quartal 2026 erzielte Samsung einen vorläufigen operativen Rekordgewinn von umgerechnet 33 Milliarden Euro – fast dreimal so viel wie im Vorquartal und rund achtmal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Für das laufende zweite Quartal erwartet das Unternehmen den dritten Rekordgewinn in Folge. Dies dürfte auch Aktionäre von Halbleiter-Zulieferern und Technologiefonds aufhorchen lassen.

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