Iran stoppt Angriffe auf Israel – droht aber mit Eskalation
Teheran erklärt das Ende der Militäroperationen, knüpft Waffenruhe jedoch an israelisches Verhalten im Libanon.

Das iranische Militär hat seine Angriffe gegen Israel eingestellt. Das bestätigte das iranische Außenministerium am Montag gegenüber dem US-Sender CNBC. Gleichzeitig warnte Teheran jedoch unmissverständlich: Sollten die israelischen Streitkräfte ihre Operationen im Libanon fortsetzen, könnte es zu einer erneuten Eskalation kommen.
Iran und Israel hatten sich in der Nacht zum Sonntag erstmals seit der im April zwischen den USA und dem Iran vereinbarten Waffenruhe gegenseitig angegriffen. Die Islamische Republik feuerte Raketen auf den Norden Israels ab. Als Begründung nannte Teheran wiederholte Verletzungen des Waffenstillstands durch Israel – darunter ein Angriff auf die südlichen Vororte von Beirut am Sonntag. Israel erklärte seinerseits, als Reaktion darauf einen „großangelegten Schlag gegen strategische Verteidigungssysteme" durchgeführt zu haben.
Trumps Rolle in den Verhandlungen
Trotz der gefährlichen Eskalation betonte US-Präsident Donald Trump am frühen Montag, dass die Verhandlungen weitergeführt würden. In einem Telefonat mit der Financial Times am Sonntag erklärte Trump, der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu werde „keine andere Wahl haben", als ein von den USA mit dem Iran ausgehandeltes Abkommen zu akzeptieren. Trump unterstrich dabei seine eigene Autorität mit den Worten, er habe „das Sagen".
Ob der Iran jedoch weiterhin an einem Abkommen mit Washington interessiert ist, bleibt unklar. Ein iranischer Beamter, der mit den Gesprächen zwischen Washington und Teheran in Verbindung steht, erklärte gegenüber MS NOW, dass „ein Abkommen mit Präsident Trump zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr machbar" sei. Derselbe Beamte machte Trump für die Lage im Libanon und die aktuelle Eskalation der Feindseligkeiten verantwortlich. Dies stellt die Diplomatie vor erhebliche Herausforderungen.
Ölpreise reagieren auf Entspannung
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Zur AktienanalyseDie Finanzmärkte reagierten sensibel auf die geopolitischen Entwicklungen. Die Ölpreise stiegen im Verlauf der Sitzung zeitweise um mehr als 5 Prozent, gaben jedoch nach, als sich die Lage beruhigte und Teheran das Ende der Militäroperationen verkündete. Rohöl gilt als besonders anfällig für Spannungen im Nahen Osten, da die Region zu den wichtigsten Fördergebieten der Welt zählt.
Die Situation bleibt für Anleger und Beobachter weltweit angespannt. Der fragile Waffenstillstand, der im April unter US-Vermittlung vereinbart worden war, steht auf dem Prüfstand. Ob die Diplomatie zwischen Washington und Teheran trotz der jüngsten Eskalation noch eine Chance hat, dürfte in den kommenden Tagen entscheidend sein.


