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Iran-Signal drückt Ölpreis vor OPEC+-Beschluss

Auch US-Zollpolitik und neue Sanktionen sorgen für Marktunsicherheit vor Handelswoche

Iran-Signal drückt Ölpreis vor OPEC+-Beschluss

Der Ölpreis ist am Freitag gefallen, nachdem Iran seine Verpflichtung zum Atomwaffensperrvertrag bekräftigt und sich die Erwartungen auf eine bevorstehende Fördererhöhung durch große Produzenten verdichtet hatten. Die Futures auf Brent-Rohöl gaben um 22 Cent oder 0,32 Prozent auf 68,58 US-Dollar pro Barrel nach. Die US-Sorte West Texas Intermediate verlor 12 Cent oder 0,18 Prozent und notierte bei 66,88 Dollar.

Der Handel verlief aufgrund des US-amerikanischen Unabhängigkeitstages in gedämpftem Umfang. Zugleich berichtete ein US-Nachrichtenportal, dass Washington in der kommenden Woche Gespräche mit Teheran über eine Wiederaufnahme der Atomverhandlungen plane. Der iranische Außenminister Abbas Araqchi erklärte, sein Land bleibe dem Atomwaffensperrvertrag verpflichtet. Diese Aussagen folgten auf ein neues iranisches Gesetz, das die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde aussetzt.

Laut Marktanalystin Vandana Hari könnten die jüngsten Entwicklungen das Risiko einer erneuten Eskalation im Nahen Osten verringern. Dennoch sei eine deutliche Preisreaktion möglicherweise erst zu Beginn der neuen Woche zu erwarten, wenn die US-Märkte nach dem verlängerten Wochenende wieder öffnen und die Entscheidung der OPEC+ zum August berücksichtigt werden kann.

Die OPEC+, ein Zusammenschluss führender Erdöl exportierender Staaten, plant laut vier Delegierten eine Erhöhung der Fördermenge um 411.000 Barrel pro Tag im kommenden Monat. Damit reagiert das Kartell auf die globale Nachfrageentwicklung und will verlorene Marktanteile zurückgewinnen.

Parallel dazu sorgt auch die US-Handelspolitik für neue Unsicherheiten. Die von Präsident Donald Trump verhängte 90-tägige Pause für höhere Zölle läuft am 9. Juli aus. Die US-Regierung kündigte an, am Freitag Briefe an verschiedene Länder zu verschicken, in denen die künftig geltenden Zollsätze von 20 bis 30 Prozent festgelegt werden. Bisher konnten sich wichtige Handelspartner wie die Europäische Union und Japan nicht auf bilaterale Abkommen mit den USA einigen.

Zudem verhängte das US-Finanzministerium neue Sanktionen gegen ein Netzwerk, das iranisches Öl unter irakischer Herkunft verschleiert, sowie gegen ein Finanzinstitut unter Kontrolle der Hisbollah. Medienberichten zufolge traf sich der saudische Verteidigungsminister Prinz Khalid bin Salman im Weißen Haus mit Präsident Trump und weiteren Regierungsvertretern, um über Wege zur Deeskalation im Iran-Konflikt zu beraten. Trump erklärte zudem, er sei zu einem Treffen mit iranischen Vertretern bereit, falls erforderlich.

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