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Iran-Krieg verteuert Polyester und bedroht Fast-Fashion-Riesen

Steigende Rohstoffpreise durch den Iran-Krieg belasten asiatische Zulieferer von Zara und H&M massiv.

Iran-Krieg verteuert Polyester und bedroht Fast-Fashion-Riesen

Der Iran-Krieg schlägt mit voller Wucht auf die globale Textilindustrie durch. Steigende Preise für fossile Brennstoffe setzen Polyesterlieferanten und Bekleidungshersteller in Indien und Bangladesch unter erheblichen Druck. Betroffen sind letztlich auch bekannte Fast-Fashion-Konzerne wie Zara und H&M, deren Lieferketten stark von asiatischen Zulieferern abhängen.

Besonders deutlich zeigt sich die Lage beim indischen Garnhersteller Filatex, einem der größten Polyestergarnproduzenten des Landes. Das Unternehmen zahlt inzwischen fast 30 Prozent mehr für die erdölbasierten Rohstoffe, die für die Garnproduktion unerlässlich sind. Konkret handelt es sich dabei um gereinigte Terephthalsäure – kurz PTA – sowie Monoethylenglykol, bekannt als MEG. Beide Substanzen werden direkt aus Erdöl gewonnen und sind zentrale Ausgangsstoffe für die Polyesterherstellung.

Polyester als Rückgrat der Fast Fashion

Polyester ist der mit Abstand meistverwendete Textilfaserstoff weltweit und bildet das Fundament der Fast-Fashion-Industrie. Marken wie Zara, das zum spanischen Inditex-Konzern gehört, und das schwedische Unternehmen H&M beziehen einen Großteil ihrer Stoffe und Fertigprodukte aus Produktionszentren in Indien und Bangladesch. Eine Verteuerung der Rohstoffe auf Zuliefererebene kann sich daher schnell entlang der gesamten Wertschöpfungskette fortpflanzen.

Indien und Bangladesch zählen zu den wichtigsten Textilexporteuren der Welt. Städte wie Surat im indischen Bundesstaat Gujarat gelten als globale Zentren der Polyestergarnproduktion. Geraten die dortigen Hersteller unter Kostendruck, stehen sie vor der schwierigen Wahl: Margen opfern oder höhere Preise an ihre Abnehmer weitergeben.

Folgen für europäische Verbraucher

Für deutsche und europäische Verbraucher könnte die Entwicklung mittelfristig spürbar werden. Sollten die gestiegenen Rohstoffkosten nicht von den Zulieferern allein getragen werden können, dürften Fast-Fashion-Konzerne die Mehrkosten zumindest teilweise an den Endkunden weitergeben. Günstige Kleidung, die bislang als selbstverständlich galt, könnte teurer werden.

Die Situation verdeutlicht einmal mehr, wie stark globale Lieferketten von geopolitischen Ereignissen abhängen. Konflikte in rohstoffreichen Regionen wie dem Nahen Osten wirken sich nicht nur auf Energiemärkte aus, sondern treffen über Umwege auch Branchen, die auf den ersten Blick weit entfernt erscheinen – wie die Modeindustrie. Für Anleger, die in Textilunternehmen oder Fast-Fashion-Konzerne investiert sind, ist die Entwicklung der Rohstoffpreise daher ein wichtiger Faktor, den es aufmerksam zu beobachten gilt.

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