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Iran-Krieg treibt US-Inflationserwartungen auf Mehrjahreshoch

Steigende Energie- und Rohstoffpreise durch den Iran-Krieg schüren Zweifel, ob die Fed die Inflation im Griff behält.

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Iran-Krieg treibt US-Inflationserwartungen auf Mehrjahreshoch

Die Inflationssorgen in den USA nehmen spürbar zu. Der Iran-Krieg treibt Energie- und Rohstoffpreise nach oben – und das hinterlässt deutliche Spuren an den Finanzmärkten sowie in der Stimmung der Verbraucher. Obwohl der Arbeitsmarkt zuletzt vereinzelte positive Signale gezeigt hat, wächst die Unruhe über die weitere Preisentwicklung.

Ein besonders beachtetes Marktbarometer hat in dieser Woche eine wichtige Schwelle überschritten: Die zehnjährige Break-even-Inflationsrate stieg erstmals seit 2023 auf 2,5 Prozent. Dieser Wert wird am US-Staatsanleihenmarkt als zentraler Indikator für die erwartete durchschnittliche Inflationsrate über die nächsten zehn Jahre herangezogen.

Was die Break-even-Rate aussagt

Die Break-even-Inflationsrate ergibt sich aus der Differenz zwischen der Rendite normaler US-Staatsanleihen und inflationsgeschützter Anleihen, sogenannter TIPS (Treasury Inflation-Protected Securities). Je höher dieser Wert, desto stärker zweifeln Marktteilnehmer daran, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Inflation dauerhaft nahe ihrem Zielwert von 2 Prozent halten kann. Ein Anstieg auf 2,5 Prozent signalisiert damit ein merklich gesunkenes Vertrauen in die Preiskontrolle der Fed.

Für deutsche Anleger ist dieser Wert besonders relevant, da er die Erwartungshaltung institutioneller Investoren an der weltgrößten Anleihenbörse widerspiegelt. Steigende Inflationserwartungen in den USA können globale Kapitalströme beeinflussen und auch Auswirkungen auf die Zinspolitik anderer Notenbanken haben.

Verbraucher werden ebenfalls unruhiger

Die Besorgnis beschränkt sich nicht auf die Wall Street. Auch in der Bevölkerung wächst die Skepsis gegenüber der Preisstabilität. Die April-Verbraucherumfrage der University of Michigan, in der Privatpersonen regelmäßig zu ihren wirtschaftlichen Erwartungen befragt werden, zeigte ebenfalls einen Anstieg der langfristigen Inflationserwartungen.

Die University of Michigan gilt mit ihrer monatlichen Konsumentenbefragung als eine der renommiertesten Quellen für die Einschätzung der Verbraucherstimmung in den USA. Wenn sowohl Marktteilnehmer als auch Privatpersonen steigende Inflationserwartungen signalisieren, erhöht das den Druck auf die Fed, entschlossen zu handeln.

Der Hintergrund dieser Entwicklung liegt maßgeblich im geopolitischen Umfeld. Der Iran-Krieg sorgt für Unsicherheit bei der Energieversorgung und treibt die Rohstoffpreise in die Höhe. Höhere Energiekosten wirken wie ein Katalysator für die Gesamtinflation, da sie sich durch nahezu alle Wirtschaftsbereiche ziehen – von der Produktion über den Transport bis hin zu den Endverbraucherpreisen.

Trotz dieser Belastungen hat der US-Arbeitsmarkt zuletzt einzelne Lichtblicke gezeigt. Ob diese positiven Signale ausreichen, um die wachsenden Inflationssorgen zu dämpfen, bleibt angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen fraglich. Die Entwicklung der Break-even-Rate und der Verbrauchererwartungen dürfte in den kommenden Wochen ein zentrales Thema für Investoren und Notenbanker gleichermaßen bleiben.

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