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Iran-Krieg: Maersk stoppt Dienste, Ölpreis über 90 Dollar

Der sieben Tage alte US-Iran-Konflikt erschüttert die globalen Lieferketten und treibt die Energiepreise auf neue Höchststände.

Iran-Krieg: Maersk stoppt Dienste, Ölpreis über 90 Dollar

Der anhaltende Krieg zwischen den USA und dem Iran sorgt für massive Verwerfungen im Welthandel. Die dänische Reederei Maersk, einer der wichtigsten Indikatoren für den Zustand der globalen Schifffahrt, hat am Freitag die vorübergehende Aussetzung zentraler Liniendienste bekanntgegeben. Hintergrund ist der nahezu vollständige Stillstand des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus.

Maersk stellt die Dienste FM1 (Fernost–Nahost) und ME11 (Nahost–Europa) ein, um die Sicherheit von Besatzungen und Schiffen zu gewährleisten. Zusätzlich wurden alle Zubringerdienste im Persischen Golf bis auf Weiteres suspendiert. Der ME1-Dienst zwischen Nahost und Nordeuropa streicht vorerst den Anlauf in Jebel Ali in den Vereinigten Arabischen Emiraten, bedient aber weiterhin Indien und Oman. Die Maersk-Aktie reagierte mit einem leichten Minus von 0,6 Prozent.

Straße von Hormus als globaler Engpass

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der strategisch bedeutsamsten Wasserstraßen der Welt. Rund 20 Prozent des globalen Öl- und Gasvolumens passieren diese Meerenge. Seit den Angriffen der USA und Israels am 28. Februar haben Containerriesen ihre Operationen dort eingestellt und leiten Schiffe um die Südspitze Afrikas um.

Laut der Frachtanalysefirma Xeneta stauen sich derzeit 147 Containerschiffe im Persischen Golf. Die Folgen sind Verzögerungen, überlastete Häfen und steigende Frachtraten – mit spürbaren Auswirkungen auf die globalen Märkte und letztlich auch auf Verbraucherpreise weltweit.

Ölpreis springt über 90 Dollar

Parallel zu den logistischen Verwerfungen explodieren die Energiepreise. Das globale Referenzöl Brent überschritt am Freitag erstmals die Marke von 90 US-Dollar pro Barrel und notierte zuletzt 5,41 Prozent höher bei 90,03 Dollar. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte sogar um 8,02 Prozent auf 87,51 Dollar zu – ausgelöst auch durch die Forderung von US-Präsident Donald Trump nach bedingungsloser Kapitulation des Iran.

Besonders alarmierend sind die Warnungen aus Katar. Energieminister Saad al-Kaabi erklärte gegenüber der Financial Times, der Rohölpreis könnte in den kommenden Wochen auf 150 Dollar pro Barrel steigen, sollte der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus dauerhaft unterbrochen bleiben. Dies könnte nach seinen Worten „die Volkswirtschaften der Welt zum Einsturz bringen

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