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Iran-Krieg gibt russisch-chinesischer Gaspipeline neuen Schwung

Der Konflikt im Iran könnte das seit Jahren stockende Megaprojekt „Power of Siberia 2" zwischen Russland und China entscheidend voranbringen.

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Iran-Krieg gibt russisch-chinesischer Gaspipeline neuen Schwung

Der Iran-Krieg und die damit verbundene Energiekrise verleihen einem der ambitioniertesten Pipelineprojekte der Welt neuen Auftrieb. Das seit langem verzögerte Vorhaben „Power of Siberia 2" – eine Erdgaspipeline zwischen Russland und China – rückt damit wieder in den Fokus der internationalen Energiepolitik. Beobachter erwarten, dass das Projekt ganz oben auf der Tagesordnung stehen wird, wenn die Präsidenten Wladimir Putin und Xi Jinping am 20. Mai in Peking zusammentreffen.

Die geplante Pipeline soll Erdgas von der russischen arktischen Jamal-Halbinsel in den Nordosten Chinas transportieren. Das Vorhaben besitzt das Potenzial, die globalen Gasströme im nächsten Jahrzehnt grundlegend neu zu gestalten. Für beide Länder hätte ein solches Projekt weitreichende strategische und wirtschaftliche Bedeutung.

Russland und China rücken näher zusammen

Der Hintergrund des Projekts ist eng mit der geopolitischen Neuordnung der letzten Jahre verknüpft. Angesichts der westlichen Sanktionen gegen Russland infolge des Ukraine-Krieges haben sich Moskau und Peking wirtschaftlich zunehmend angenähert. Eine neue Gaspipeline würde diese wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen den beiden Nachbarstaaten weiter vertiefen und Russlands Abhängigkeit von westlichen Energiemärkten weiter reduzieren.

Für China wiederum böte das Projekt eine zusätzliche Diversifizierung seiner Energieversorgung. Peking ist bestrebt, seine Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten und Transportrouten zu verringern – ein Ziel, das durch die aktuelle Instabilität im Nahen Osten zusätzliche Dringlichkeit erhält. Eine direkte Landverbindung zu russischen Gasfeldern würde Chinas Versorgungssicherheit erheblich stärken.

Energiekrise als Katalysator

Die durch den Iran-Krieg ausgelöste Energiekrise könnte nun als Katalysator wirken, der die seit Jahren stockenden Verhandlungen über „Power of Siberia 2" endlich zum Abschluss bringt. Beide Seiten haben bislang keine Einigung über die Preisgestaltung und die genauen Konditionen des Projekts erzielt – ein zentrales Hindernis, das die Umsetzung immer wieder verzögert hat.

Das Gipfeltreffen zwischen Putin und Xi am 20. Mai in Peking gilt nun als möglicher Wendepunkt. Sollte es zu einer Einigung kommen, würde dies nicht nur die bilateralen Beziehungen zwischen Russland und China festigen, sondern auch die globale Energieversorgung langfristig neu ordnen. Für europäische und westliche Energiemärkte hätte ein solches Abkommen ebenfalls spürbare Konsequenzen, da Russland seinen Gasfokus dauerhaft nach Osten verlagern würde.

Das Projekt „Power of Siberia 2" steht damit exemplarisch für eine tiefgreifende Verschiebung in der globalen Energiearchitektur – weg von den traditionellen West-Ost-Achsen, hin zu neuen Allianzen und Infrastrukturen, die die Energieversorgung des 21. Jahrhunderts prägen könnten.

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