ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Iran-Krieg erschüttert globale Anleihemärkte im Mai 2026

Steigende Renditen, Ölpreisschock und Inflationssorgen: Der Mai 2026 wurde zum turbulenten Monat für Staatsanleihen weltweit.

Iran-Krieg erschüttert globale Anleihemärkte im Mai 2026

Der globale Anleihenmarkt erlebte im Mai 2026 eine Achterbahnfahrt. Ausgelöst durch den Iran-Krieg, stockende Friedensgespräche und hartnäckige Inflationsdaten stiegen die Renditen weltweit auf Mehrjahres- oder sogar Rekordhochs – bevor eine Erholung einsetzte.

Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen kletterte am 20. Mai auf rund 5,2 Prozent – den höchsten Stand seit 2007. Damit geriet der 28 Billionen Dollar schwere Markt für US-Staatsanleihen massiv unter Druck. Gleichzeitig trieben Anzeichen für ins Stocken geratene Friedensgespräche den Ölpreis wieder über die Marke von 110 US-Dollar je Barrel.

Auch in Europa und Großbritannien schlugen die Turbulenzen voll durch. Die Renditen britischer Staatsanleihen (Gilts) mit 30-jähriger Laufzeit sprangen Mitte Mai auf 5,87 Prozent – den höchsten Stand seit 1998. Die Rendite 10-jähriger deutscher Bundesanleihen erreichte ihren höchsten Stand seit 2011, und einige japanische Renditen markierten sogar neue Rekordhochs.

„Der Markt ist besorgt, dass die Inflation etwas länger anhalten könnte, als wir erwartet hatten", erklärte David Zahn, Leiter des Bereichs europäische festverzinsliche Wertpapiere bei Franklin Templeton. Diese Einschätzung spiegelt die Nervosität vieler Anleger wider, die angesichts wachsender Staatsverschuldung und anhaltenden Preisdrucks zunehmend vorsichtig agieren.

USA als klarer Underperformer im Mai

Während energieimportierende Volkswirtschaften wie die Eurozone, Großbritannien und Japan zuvor besonders stark unter dem Anleiheausverkauf gelitten hatten, entwickelten sich US-Staatsanleihen im Mai deutlich schlechter als ihre europäischen Pendants. Die Renditen 10-jähriger US-Anleihen stiegen vom 30. April bis zum 29. Mai um 6 Basispunkte, während die deutschen Renditen im gleichen Zeitraum um 6 Basispunkte fielen.

Ein wesentlicher Grund: Die US-Wirtschaft zeigte sich robust, unter anderem getragen durch einen Boom bei KI-Ausgaben. Händler strichen ihre Wetten auf Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve vollständig und preisten zwischenzeitlich sogar eine vollständige Zinserhöhung um 25 Basispunkte bis Dezember ein. Daten vom Donnerstag zeigten zudem, dass das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß im April im Jahresvergleich um 3,8 Prozent gestiegen ist – die schnellste Rate seit drei Jahren.

Analysten der Bank of America nannten eine „sich stetig verschlechternde Fiskaldynamik" als wesentlichen Treiber des Ausverkaufs bei US-Staatsanleihen. Einige Investoren äußerten darüber hinaus Zweifel an der Unabhängigkeit des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, der von US-Präsident Donald Trump ernannt wurde. „Stellen wir uns vor, dass er sich trotz höherer Inflation für Zinssenkungen entscheidet", sagte Nicolas Forest, Chief Investment Officer bei Candriam. „Das wäre nicht sehr förderlich für US-Staatsanleihen."

Eurozone schwächelt – Erholung setzt ein

In Europa dämpften schwache Konjunkturdaten die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen spürbar. Die Wirtschaftsaktivität in der Eurozone schrumpfte im Mai so stark wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr, da der Block mit steigenden Energiekosten zu kämpfen hatte. Das stützte die europäischen Anleihemärkte und ließ die Renditen wieder sinken.

„Bei diesem Renditeniveau wird es für Anleger attraktiv", sagte Forest von Candriam. „Wir erleben eine Konjunkturabschwächung, was die Anleihemärkte stützt." Die Kreditkosten sanken tatsächlich, als die USA und der Iran Fortschritte bei den Gesprächen meldeten und der Ölpreis wieder nachgab.

Britische Gilts: Politische Unsicherheit als Zusatzbelastung

Besonders turbulent verlief der Mai für den britischen Gilt-Markt, der seit der Liz-Truss-Haushaltskrise von 2022 als besonders anfällig für Ausverkäufe gilt. Neben dem globalen Renditeanstieg belastete die Sorge, dass ein möglicher Nachfolger des angeschlagenen Premierministers Keir Starmer die Staatsausgaben ausweiten könnte, den Markt zusätzlich.

Die Erholung setzte ein, als Friedenshoffnungen wuchsen, britische Wirtschaftsdaten schwächer ausfielen und der Favorit für die Nachfolge, Andy Burnham, versprach, die Haushaltsregeln der Regierung einzuhalten. Vom 30. April bis zum 29. Mai entwickelten sich die Renditen 10-jähriger Gilts besser als jene in Deutschland und den USA und fielen um rund 21 Basispunkte. Seit Kriegsbeginn liegen sie jedoch noch immer um 58 Basispunkte im Plus.

„Wenn wir uns die Markterwartungen für die Bank of England ansehen, sind wir von zeitweise zwei Zinssenkungen auf fast drei Erhöhungen gewechselt – das war also der Haupttreiber für britische Anleihen", sagte Matthew Amis, Investment Director bei Aberdeen. „Aber auch im Hintergrund hat die politische Volatilität eindeutig nicht geholfen."

Besonders länger laufende Anleihen, die stärker von wirtschaftlichen und fiskalischen Sorgen beeinflusst werden als kurzfristige Papiere, trugen die Hauptlast des Ausverkaufs Mitte Mai. Auch die inflationsbereinigten Realrenditen stiegen in den USA und Europa – ein Zeichen dafür, dass der Preisdruck nicht die einzige Sorge der Märkte war. Ein klares Ende des Konflikts würde laut Marktbeobachtern sofortige Erleichterung bringen und die staatlichen Kreditkosten weltweit senken.

AnleiherenditenUs-StaatsanleihenIran-KriegBundesanleihenInflationFederal ReserveGilts

Disclaimer