Iran-Konflikt, Ölpreise und Earnings: Was Anleger heute wissen müssen
US-Futures geben nach, Ölpreise steigen, Friedensgespräche wackeln – und Blue Origin erlebt einen missglückten Satellitenstart.

Die US-Aktienmärkte starten schwächer in die neue Woche. Futures auf den S&P 500 und den Nasdaq gaben zuletzt jeweils um 0,5 % nach, während Dow-Jones-Futures um 0,6 % fielen. Hintergrund sind neue Spannungen rund um den Iran-Konflikt, die das Wochenende überschatteten und die Unsicherheit an den Märkten wieder anheizten.
Dabei hatten die wichtigsten US-Indizes zuletzt eine beeindruckende Gewinnserie hingelegt: Drei Wochen in Folge schlossen sie im Plus, der technologielastige Nasdaq Composite verzeichnete sogar 13 Handelstage in Folge mit Kursgewinnen. Der S&P 500 und der Nasdaq beendeten die vergangene Woche auf Rekordhoch. Nun sorgen geopolitische Entwicklungen für einen Dämpfer.
Auch andere Anlageklassen reagieren: Gold-Futures gaben um 1,5 % auf 4.810 US-Dollar pro Unze nach, die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen stieg auf 4,26 % – nach einem Freitagsschluss von 4,24 %, dem niedrigsten Stand seit einem Monat. Bitcoin notierte bei 75.300 US-Dollar, unter dem Freitagshoch von rund 78.000 US-Dollar, aber über dem nächtlichen Tief von knapp unter 74.000 US-Dollar.
Ölpreise springen nach US-Angriff auf iranisches Frachtschiff
Der Rohölmarkt reagiert deutlich auf die jüngsten Ereignisse. WTI-Futures, die US-Rohölsorte West Texas Intermediate, stiegen zuletzt um 6 % auf 89 US-Dollar pro Barrel. Die internationale Referenzsorte Brent kletterte um 5 % auf fast 95 US-Dollar pro Barrel.
Auslöser ist ein Vorfall vom Sonntag: US-Streitkräfte griffen ein Frachtschiff unter iranischer Flagge an und beschlagnahmten es. Präsident Trump erklärte, das Schiff habe versucht, die von den USA in der Vorwoche verhängte Blockade iranischer Häfen zu umgehen. Der Iran kündigte laut der New York Times an, sein Militär werde Vergeltung für diesen Akt der „bewaffneten Piraterie" üben.
Trump hatte am Sonntag zudem erneut mit Angriffen auf iranische Kraftwerke und Brücken gedroht, sollte es zu keiner Einigung kommen. Gleichzeitig kritisierte er das iranische Militär dafür, am Wochenende zwei Schiffe in der Straße von Hormus – einen britischen und einen französischen Frachter – beschossen zu haben. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und für den globalen Ölhandel von zentraler Bedeutung.
Friedensgespräche in Pakistan: Iran hält sich bedeckt
Trotz der Eskalation sollen in dieser Woche weitere Verhandlungen stattfinden. Trump erklärte, US-Vertreter würden am späten Montag zu einer zweiten Runde von Friedensgesprächen nach Pakistan reisen. Pakistanische Beamte hatten zuvor vermittelt, um eine neue Gesprächsrunde vor Ablauf des zweiwöchigen Waffenstillstands am Mittwoch zu ermöglichen.
Allerdings ist die Teilnahme des Iran noch unklar. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, sagte laut Associated Press während einer Pressekonferenz, dass die Verantwortlichen „keine Pläne für die nächste Verhandlungsrunde haben und diesbezüglich keine Entscheidung getroffen wurde". Ob die Gespräche tatsächlich zustande kommen, bleibt damit offen.
Starke Earnings-Woche mit Tesla, Intel und Fluggesellschaften
Neben den geopolitischen Entwicklungen richtet sich der Blick der Anleger in dieser Woche auf eine Vielzahl wichtiger Quartalsergebnisse. Das Programm ist dicht:
Dienstag:
UnitedHealth Group (UNH), GE Aerospace (GE), United Airlines (UAL) sowie Veröffentlichung der Einzelhandelsumsätze für März
Mittwoch:
Tesla (TSLA), AT&T (T), Boeing (BA)
Donnerstag:
Intel (INTC), American Express (AXP), American Airlines (AAL), Southwest Airlines (LUV)
Freitag:
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Zur AktienanalyseErgebnisse der April-Verbraucherstimmungsumfrage, die zeigen soll, wie der Iran-Konflikt die Konsumenten beeinflusst
Die Berichte dürften wichtige Hinweise darauf liefern, wie Unternehmen mit dem aktuellen geopolitischen Umfeld und den gestiegenen Energiepreisen umgehen.
Blue Origin: Erster kommerzieller Start endet mit Panne
Schlechte Nachrichten gibt es auch aus der Raumfahrtbranche. Die Aktien von AST SpaceMobile (ASTS) verloren vor Börseneröffnung rund 14 %, nachdem das Unternehmen einen Zwischenfall beim Satellitenstart vom Sonntag bekanntgab. Der Satellit BlueBird 7 wurde mit einer Rakete von Jeff Bezos' Blue Origin gestartet – dem ersten kommerziellen Flug des Unternehmens.
Zwar funktionierte der Startvorgang und der Satellit konnte eingeschaltet werden, doch Blue Origin teilte in den sozialen Medien mit, dass der Satellit in eine „außerplanmäßige Umlaufbahn" gebracht wurde. AST SpaceMobile erklärte in einer eigenen Mitteilung, der Satellit befinde sich in einer zu geringen Höhe, um korrekt zu funktionieren, und werde aus dem Orbit entfernt. Was als Meilenstein für die kommerzielle Raumfahrt geplant war, endete damit mit einem technischen Rückschlag.


