Iran greift erneut Handelsschiffe in der Straße von Hormus an
Nach einer einwöchigen Pause feuerte das iranische Militär wieder Raketen auf Handelsschiffe – eine US-iranische Vereinbarung droht zu scheitern.

Das iranische Militär hat am Montagabend mindestens zwei Raketen auf Handelsschiffe abgefeuert, die die Straße von Hormus passierten. Damit endete eine einwöchige Unterbrechung der Angriffe, die im Rahmen einer Verständigung zwischen Washington und Teheran vereinbart worden war. Dies berichtete Axios am Dienstag unter Berufung auf zwei US-Beamte.
Laut dem Bericht wurden zwei Handelsschiffe von iranischen Raketen getroffen und erlitten erhebliche Schäden. Todesopfer gab es dabei jedoch keine. Auch die britische Behörde für Seehandelsoperationen (UKMTO) bestätigte einen Vorfall: Sie habe einen Bericht von einem Tanker erhalten, der in südlicher Richtung nahe der omanischen Küste unterwegs war und von einem nicht identifizierten Projektil getroffen wurde, was einen Brand auslöste.
Vereinbarung zwischen USA und Iran droht zu scheitern
Die Angriffe erfolgten unmittelbar nach dem Auslaufen einer einwöchigen Vereinbarung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran zur Aussetzung von Angriffen in der strategisch wichtigen Wasserstraße. Axios zufolge gefährdet dies eine vor weniger als drei Wochen unterzeichnete Absichtserklärung – ein sogenanntes Memorandum of Understanding –, das nun zu scheitern drohe.
Eine Runde indirekter Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Doha in der vergangenen Woche endete ohne nennenswerte Fortschritte bei der Sicherheit in der Straße von Hormus. Die Verhandlungen sollten eigentlich den Weg für eine dauerhafte Deeskalation in der Region ebnen.
Strategische Bedeutung der Straße von Hormus
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch sie wird ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels abgewickelt – Schätzungen zufolge passieren täglich rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Rohöls diese enge Meerenge zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel. Störungen in diesem Bereich haben daher unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und die Versorgungssicherheit.
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Zur AktienanalyseAxios berichtete zudem, dass die Vereinigten Staaten wahrscheinlich mit Schlägen gegen iranische Ziele Vergeltung üben werden. Eine offizielle Bestätigung dieser Pläne lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor. Die Lage in der Region bleibt damit hochgradig angespannt, und weitere Eskalationen können nicht ausgeschlossen werden.
Für deutsche Anleger und Energieunternehmen sind die Entwicklungen in der Straße von Hormus von besonderer Relevanz. Steigende geopolitische Risiken in der Region können die Ölpreise beeinflussen und damit Auswirkungen auf Energiekosten sowie die Inflation in Europa haben.


