Iran greift ADNOC-Tanker in der Straße von Hormus an
Die VAE verurteilen einen iranischen Raketenangriff auf ein Schiff ihrer staatlichen Ölgesellschaft ADNOC als „Piraterie".

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben einen iranischen Raketenangriff auf einen Tanker ihrer staatlichen Ölgesellschaft ADNOC scharf verurteilt. Der Vorfall ereignete sich am frühen Samstagmorgen während der Durchfahrt durch die Straße von Hormus. Das Außenministerium der VAE bezeichnete den Angriff als „feindseligen iranischen Angriff" und warf Teheran „Piraterie" vor.
Die staatliche Nachrichtenagentur WAM berichtete zunächst unter Berufung auf ADNOC, dass die Situation unter Kontrolle gebracht wurde. Weder in der Meldung von ADNOC noch in der Erklärung des Außenministeriums wurden Einzelheiten zum betroffenen Tanker, seiner Ladung oder möglichen Schäden genannt. Es wurden keine Verletzten gemeldet.
Eskalation in einer strategisch wichtigen Meerenge
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Vor dem Ausbruch des Konflikts passierte etwa ein Fünftel des weltweiten Erdöls und Flüssigerdgases diese schmale Wasserstraße zwischen dem Oman und dem Iran. Seit dem Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran am 28. Februar wurde die Schifffahrt in der Region wiederholt gestört, was die Frachtraten in die Höhe trieb und erhebliche Sicherheitsbedenken auslöste.
Das Außenministerium der VAE erklärte, der Angriff verstoße gegen eine Resolution des UN-Sicherheitsrats zur Freiheit der Schifffahrt. Es warf den iranischen Revolutionsgarden vor, die Handelsschifffahrt gezielt ins Visier zu nehmen und die Meerenge als Instrument für wirtschaftlichen Druck zu nutzen. Die VAE forderten den Iran auf, die Angriffe sofort einzustellen und die Meerenge vollständig und bedingungslos wieder zu öffnen.
Die iranischen Revolutionsgarden hatten zuvor damit gedroht, Maßnahmen gegen alle Schiffe zu ergreifen, die die Meerenge passieren und mit den Gegnern Teherans in Verbindung stehen oder iranische Anweisungen nicht befolgen.
ADNOC: 15 Schiffe seit Konfliktbeginn angegriffen
ADNOC hatte bereits am Freitag eine Erklärung veröffentlicht, in der das Unternehmen die Schwere der Lage schilderte. Demnach wurden seit Beginn des Konflikts insgesamt 15 ADNOC-Schiffe bei der Durchfahrt durch die Meerenge mit Raketen und Drohnen angegriffen – darunter drei allein in der laufenden Woche. Bei diesen Angriffen wurde ein Besatzungsmitglied getötet und 20 weitere verletzt. ADNOC nannte in seiner Erklärung vom Freitag keine Verantwortlichen für die Angriffe.
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Zur AktienanalyseDas Unternehmen betonte, dass es trotz des „außergewöhnlich herausfordernden Umfelds" weiterhin die Anforderungen seiner Kunden erfülle. ADNOC, die staatliche Ölgesellschaft des Emirats Abu Dhabi, zählt zu den weltweit größten Energieproduzenten und exportiert Rohöl, Erdgas und raffinierte Produkte an Kunden rund um den Globus.
Die anhaltenden Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus verdeutlichen die geopolitische Sprengkraft der Region für die globale Energieversorgung. Für deutsche Importeure und Energieversorger, die auf Flüssigerdgas und Rohöl aus dem Persischen Golf angewiesen sind, stellen die Störungen der Schifffahrtsroute ein ernstzunehmendes Risiko dar.


