Iran-Friedensabkommen löst globale Erleichterungsrally an Märkten aus
Ein Friedenspakt zwischen den USA und dem Iran begeistert Anleger weltweit – doch die formelle Unterzeichnung steht noch aus.

Die USA und der Iran haben sich auf ein Friedensabkommen geeinigt, das eine sofortige und dauerhafte Beendigung des Konflikts anstrebt. Die Nachricht löste umgehend eine weltweite Erleichterungsrally an den Aktienmärkten aus. US-Aktienfutures sprangen sprunghaft an, während im asiatisch-pazifischen Raum der japanische Nikkei die Bewegung anführte. Gleichzeitig brachen die Ölpreise ein – WTI und Brent fielen auf die niedrigsten Stände seit dem 10. März.
Das Abkommen sieht neben dem Waffenstillstand auch die Bekräftigung des Irans vor, keine Kernwaffen zu beschaffen oder zu entwickeln. Darüber hinaus ist ein sofortiger Stopp der Feindseligkeiten in der gesamten Region vorgesehen – einschließlich der Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon. Die formelle Unterzeichnung soll jedoch erst am Freitag in Genf erfolgen, was Fragen aufwirft, ob die Markteuphorie verfrüht ist.
Westliche Verbündete begrüßen den Pakt
Staats- und Regierungschefs weltweit reagierten positiv auf die Einigung. Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien lobten das Abkommen in einer gemeinsamen Erklärung als „eine Chance zur Wiederherstellung der regionalen Stabilität und zur Stabilisierung der Weltwirtschaft". Die vier Länder signalisierten zudem ihre Bereitschaft, entsprechende Sanktionen gegen den Iran aufzuheben – allerdings nur, sofern Teheran „klare, überprüfbare Schritte in Bezug auf sein Atomprogramm" unternehme.
US-Präsident Donald Trump, der an diesem Wochenende zudem seinen 80. Geburtstag feierte – begangen mit einem UFC-Kampf auf dem Rasen des Weißen Hauses –, wird in dieser Woche nach Évian-les-Bains reisen. Dort trifft er sich mit den G7-Führern sowie Staats- und Regierungschefs aus dem Nahen Osten und Asien. Im Anschluss an diese Gespräche ist die Unterzeichnung des Iran-Abkommens für Freitag im nahegelegenen Genf geplant.
Handelskrieg mit Frankreich als Risikofaktor
Trotz der positiven Stimmung gibt es Wolken am Horizont. Trump warnte Frankreich laut einem Bericht der New York Post vor einem neuen Handelskrieg mit den USA. Der US-Präsident forderte seinen französischen Amtskollegen Emmanuel Macron auf, die Digitalsteuer für amerikanische Technologieunternehmen abzuschaffen. Andernfalls hätten die USA „keine andere Wahl", als französische Weine mit Zöllen in Höhe von 100 Prozent zu belegen – eine Drohung, die die Handelsspannungen zwischen Washington und Paris neu entfachen könnte.
Ebenfalls am Rande des G7-Gipfels präsent: die CEOs und Gründer einiger der weltweit größten KI-Unternehmen. Die Gespräche werden jedoch durch eine Anweisung der US-Regierung an das KI-Unternehmen Anthropic belastet. Die Behörden wiesen Anthropic an, seine Modelle Fable 5 und Mythos 5 einzustellen, um Exportkontrollen einzuhalten. Anthropic deaktivierte die betroffenen Modelle daraufhin abrupt für alle Kunden, betonte jedoch, dass alle anderen Modelle des Unternehmens nicht betroffen seien.
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Zur AktienanalyseMeta und der KI-Wettbewerb
Parallel dazu rückt Meta im KI-Sektor wieder stärker ins Rampenlicht. Ein Jahr nachdem das Unternehmen mehr als 14 Milliarden US-Dollar ausgegeben hat, um Alexandr Wang und eine Gruppe seiner Top-Ingenieure von Scale AI abzuwerben, ist Meta zumindest wieder im KI-Markt präsent. Wangs größter Erfolg war die Bereitstellung des Muse Spark AI-Modells im April – Metas erster Schritt hin zu proprietären Basismodellen und eine Abkehr von der strikten Open-Source-Strategie.
Die von Wang geleitete Einheit, Meta Superintelligence Labs, wurde gegründet, um dem Konzern mehr Strahlkraft in der derzeit gefragtesten Sparte der Technologiebranche zu verleihen. Dennoch liegt Meta im direkten Vergleich mit OpenAI, Anthropic und Google am Markt noch deutlich zurück. Für Anleger bleibt die Frage, ob die milliardenschwere Investition langfristig Früchte trägt.


