Iran: Dutzende Schiffe ankern vor Häfen wegen US-Spannungen
Angesichts eskalierender Spannungen mit den USA haben dutzende Handelsschiffe außerhalb iranischer Hoheitsgewässer geankert. Die Zahl der wartenden Tanker stieg binnen einer Woche von 1 auf 36.

Dutzende Handelsschiffe haben in den vergangenen Tagen außerhalb der iranischen Hafengrenzen geankert, wie aus Schifffahrtsdaten hervorgeht. Der Grund: die zunehmenden Spannungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten. Schifffahrtsquellen bezeichnen die Bewegungen als Vorsichtsmaßnahme angesichts der politischen Lage.
Dramatischer Anstieg wartender Schiffe
Die Zahl der Tanker, die in die ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) des Iran einfuhren, stieg zwischen dem 6. und 12. Januar von einem auf 36 Schiffe. Dies geht aus einer Analyse von Pole Star Global hervor, einem Anbieter maritimer Aufklärungslösungen. Die AWZ erstreckt sich bis zu 24 Seemeilen entlang der Golf- und Kaspischen Küsten des Landes.
Vor dem wichtigen Hafen Bandar Imam Khomeini lagen mindestens 25 Massengutfrachter stationär in der AWZ, wie Daten von MarineTraffic zeigen. Weitere 25 Schiffe, darunter Container- und Frachtschiffe, ankerten vor dem Hafen von Bandar Abbas im Süden des Landes.
Hafengrenzen als Sicherheitszone
Die Schiffe meiden bewusst die unmittelbare Hafenzone, da dort bei möglichen Luftangriffen auf nahegelegene Infrastruktur ein höheres Risiko für Kollateralschäden besteht. Israel führte bereits im Juni 2025 Luftangriffe auf Ziele in Bandar Abbas durch. Im April waren dort bei ungeklärten Explosionen mindestens 70 Menschen getötet worden, wobei die Behörden Sabotage nicht ausschlossen.
USA ziehen Personal ab
Die USA haben begonnen, einige Mitarbeiter von Stützpunkten im Nahen Osten abzuziehen, wie ein US-Beamter am Mittwoch mitteilte. Ein hochrangiger iranischer Beamter hatte zuvor erklärt, Teheran habe Nachbarländer gewarnt, dass es amerikanische Stützpunkte angreifen werde, falls Washington den Iran bombardieren sollte.
Navigationsstörungen nehmen zu
Die Combined Maritime Force der US-Marine warnte am Montag vor erheblichen Störungen der GNSS-Navigationssysteme, zu denen auch GPS gehört, im Gebiet des Golfs und der Straße von Hormus. Diese Störungen seien höchstwahrscheinlich auf Schutzmaßnahmen im Zusammenhang mit den politischen Spannungen zurückzuführen. Schiffe, die das Gebiet durchqueren, könnten davon betroffen sein.
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Zur AktienanalyseWirtschaftliche Bedeutung des Seehandels
Der Iran ist für Importe stark auf den Seehandel angewiesen. Trockenfrachter, Stückgut- und Containerschiffe sowie Öltanker für Ölexporte sind für die iranische Wirtschaft von zentraler Bedeutung. Die aktuelle Situation könnte den Handel erheblich beeinträchtigen.
Der Hintergrund der Spannungen: Die iranische Führung versucht derzeit, die schwersten Unruhen niederzuschlagen, mit denen die Islamische Republik konfrontiert ist. Gleichzeitig versucht Teheran, die wiederholten Drohungen von US-Präsident Donald Trump abzuschrecken, zugunsten der regierungsfeindlichen Demonstranten zu intervenieren.


