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Iran droht Golfstaaten mit Angriffen auf Energieinfrastruktur

Teheran warnt arabische Nachbarn: Neue US-Angriffe auf den Iran hätten verheerende Folgen für die gesamte Golfregion.

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Iran droht Golfstaaten mit Angriffen auf Energieinfrastruktur

Der Iran hat die Golfstaaten unmissverständlich gewarnt: Sollten die USA erneut iranisches Territorium angreifen, würde Teheran mit Vergeltungsschlägen auf die kritische Energieinfrastruktur in der gesamten Region antworten. Das berichten fünf Quellen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Drohung richtet sich damit direkt gegen die engsten regionalen Verbündeten Washingtons.

Auslöser der diplomatischen Offensive war eine Drohung von US-Präsident Donald Trump vom 28. Juli, das Energienetz und die Infrastruktur des Irans anzugreifen. Daraufhin leitete der iranische Außenminister Abbas Araqchi eine Reihe hochrangiger diplomatischer Gespräche ein – unter anderem mit seinen Amtskollegen aus Saudi-Arabien, der Türkei und Katar sowie mit Pakistans Armeechef.

Irans Botschaft: Klar und konsistent

Araqchi forderte Washingtons Verbündete am Golf auf, ihren Einfluss auf Trump zu nutzen, um weitere Angriffe zu verhindern. Die Botschaft war dabei in jedem Gespräch dieselbe: „Wir sind zur Vergeltung bereit, aber eine diplomatische Lösung ist der beste Weg, um eine weitere Eskalation und Zerstörung in der gesamten Region zu vermeiden", zitiert ein hochrangiger regionaler Diplomat den iranischen Außenminister.

Laut einem iranischen Beamten umfasst die angedrohte Vergeltung konkret Angriffe auf Energieanlagen, Raffinerien, Stromnetze, Wasserinfrastruktur, Verkehrsnetze und Ölfelder in der gesamten Golfregion. Zur Untermauerung der Drohung verwies der Beamte auf die Drohnen- und Raketenangriffe auf die saudi-arabischen Aramco-Anlagen in Abqaiq und Khurais im September 2019 – jene Attacken, die vorübergehend mehr als die Hälfte der Rohölproduktion des Königreichs lahmlegten und die Verwundbarkeit der Golfinfrastruktur schlagartig offenlegten. „Sie erinnern sich noch an Saudi-Arabiens Aramco", sagte der Beamte.

Golfstaaten zwischen Washington und Teheran

Die Drohung bringt die Golfstaaten in eine äußerst schwierige Lage. Sie beherbergen US-Militärstützpunkte, sind von Energieexporten abhängig und unterhalten gleichzeitig zunehmend normalisierte Beziehungen zum Iran. Saudi-Arabien und Katar drängten Washington daraufhin, die Gespräche mit Teheran wieder aufzunehmen und einen erneuten Konflikt abzuwenden.

Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman sprach anschließend direkt mit Trump und drängte ihn, militärische Maßnahmen aufzuschieben, zu Verhandlungen zurückzukehren und eine diplomatische Beilegung anzustreben. „Saudi-Arabien glaubt, dass eine weitere Eskalation nur noch mehr Zerstörung bringen wird. Deshalb hat es Trump gedrängt, der Diplomatie eine Chance zu geben", sagte eine Quelle aus den Golfstaaten.

Gleichzeitig machte Riad aber auch klar, dass es sich im Falle einer direkten Bedrohung militärisch verteidigen würde. Der saudi-arabische Analyst Ali Shihabi, der enge Verbindungen zum Königshaus unterhält, erläuterte die Einschätzung des Königreichs: „Eine Kombination aus verhältnismäßigen militärischen Antworten und anhaltendem Druck auf den Iran in der Straße von Hormus bietet den stärksten Weg zu einer praktischen diplomatischen Einigung."

Trumps Dilemma: Eskalation oder Kompromiss

Am 2. August erklärte Trump, er habe zugestimmt, den Angriff auf den Iran abzusagen – „unter der Bedingung, dass schnell ein Deal zustande kommt". Aus Sicht Teherans steht Trump nun vor zwei unangenehmen Optionen: Entweder eskaliert er den Konflikt, der den gesamten Golf erfassen und die weltweite Energieversorgung destabilisieren könnte – oder er akzeptiert ein Verhandlungsergebnis, das hinter einem entscheidenden Sieg zurückbleibt.

Ein zentrales Hindernis für eine Einigung bleibt laut dem hochrangigen regionalen Diplomaten die Frage der Deutungshoheit. „Die Vereinigten Staaten wollen etwas, das sie als Beweis dafür präsentieren können, dass sie den Krieg gewonnen haben", so der Diplomat. Teheran hingegen nutzt die Drohung einer weitreichenden regionalen Zerstörung als Druckmittel, um sowohl Washington als auch seine arabischen Partner davon zu überzeugen, dass weitere Angriffe wirtschaftlich und strategisch nicht tragbar wären.

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