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Investoren übernehmen Batteriezellenhersteller CustomCells

Standort Itzehoe bleibt erhalten, Fokus künftig auf militärischer Nutzung der Technologie

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Investoren übernehmen Batteriezellenhersteller CustomCells

Der insolvente Batteriezellenhersteller CustomCells hat neue Eigentümer gefunden. Eine Investorengruppe hat das norddeutsche Start-up übernommen und führt es nach dem Insolvenzantrag weiter. Die Verträge wurden zwei Monate nach Einleitung des Insolvenzverfahrens unterzeichnet. Den Hauptanteil der Finanzierung übernimmt das Hamburger Family Office Abacon, das bereits zuvor an CustomCells beteiligt war. Auch das Family Office Salvia ist nun Mitgesellschafter, ebenso wie ein drittes, nicht genanntes Investorenhaus.

Abacon gehört zur Unternehmerfamilie Büll, die ihr Vermögen in der Immobilien- und Beteiligungsbranche aufgebaut hat. Salvia wird von Helmut Jeggle geführt, der früher die Vermögensverwaltung der Strüngmann-Zwillinge leitete und später selbst als Investor auftrat – unter anderem bei der Gründung von Biontech. Zur Höhe des Kaufpreises machten die Beteiligten keine Angaben. Nach Informationen aus Wirtschaftskreisen soll die Summe im einstelligen Millionenbereich liegen. Weitere Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe seien geplant.

CustomCells zählt zu den forschungsstarken Unternehmen in Deutschland im Bereich Batteriezellentechnologie. Die Produktion erfolgt derzeit am Standort Itzehoe mit rund 90 Arbeitsplätzen. Das Werk in Tübingen wurde nach der Insolvenzanmeldung geschlossen, da dort vor allem Batteriezellen für den Flugzeughersteller Lilium gefertigt wurden. Eine Fortführung dieses Standorts konnte nicht realisiert werden. Die Insolvenz von Lilium, dem größten Kunden, hatte CustomCells in finanzielle Schieflage gebracht. Zusätzlich belastet wurde das Unternehmen durch gescheiterte Rettungsversuche für den Flugtaxi-Bauer.

Im Zuge der Insolvenz hatten die bisherigen Investoren eine Brückenfinanzierung bereitgestellt. Eine geplante Kapitalerhöhung in achtstelliger Höhe scheiterte jedoch kurz vor der Unterzeichnung. Daraufhin stellte CustomCells einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht. In den vergangenen Monaten vollzog das Unternehmen eine strategische Neuausrichtung. Statt auf die Luftfahrt konzentriert sich CustomCells nun auf den militärischen Bereich. Das Unternehmen hat die Sicherheitsstandards auf Nato-Niveau angehoben und liefert künftig Batteriezellen für Drohnen und U-Boote.

Mit der Übernahme geht auch ein Führungswechsel einher. Der bisherige CEO Dirk Abendroth hat das Unternehmen verlassen. Die neue Geschäftsführung übernehmen Benno Leuthner und Jan Diekmann. Leuthner war zuvor bereits Mitglied der Geschäftsleitung, Diekmann ist seit sieben Jahren im Unternehmen tätig und war zuletzt für die Innovationsstrategie verantwortlich.

CustomCellsInsolvenz ÜbernahmeLilium

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