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Investment Trusts vs. Fonds: Wer liefert bessere Renditen?

Eine neue Analyse zeigt: 77 % der Investment Trusts schlagen ihre offenen Geschwisterfonds über zehn Jahre.

Investment Trusts vs. Fonds: Wer liefert bessere Renditen?

Investment Trusts schneiden langfristig besser ab als vergleichbare offene Investmentfonds – das belegen aktuelle Daten der Association of Investment Companies (AIC). Laut der Branchenorganisation übertrafen 77 % der untersuchten Trusts ihre sogenannten „Schwesterfonds" über einen Zeitraum von zehn Jahren. Dabei handelt es sich um offene Fonds, die von denselben Teams mit einem ähnlichen Anlageansatz verwaltet werden.

Die Daten stammen von der AIC in Zusammenarbeit mit Morningstar und wurden kürzlich veröffentlicht. Kritiker werden nicht übersehen, dass die AIC selbst als Branchenverband und Interessenvertreter der Investment Trusts auftritt – die Zahlen sind also mit einem gewissen Vorbehalt zu betrachten. Dennoch liefern sie einen interessanten Vergleichspunkt für Anleger, die zwischen beiden Vehikeln abwägen.

Trusts performen auch kurzfristig besser

Die Überlegenheit der Investment Trusts zeigt sich nicht nur im Zehn-Jahres-Vergleich. Laut der AIC-Analyse tendierten Trusts auch über Zeiträume von einem, drei und fünf Jahren dazu, ihre offenen Pendants zu übertreffen – wenn auch mit unterschiedlichem Erfolg je nach Zeitraum. Besonders auffällig: In den zwölf Monaten bis Ende März schlugen sogar 82 % der untersuchten Trusts ihre Geschwisterfonds.

Für deutsche Privatanleger ist dieser Vergleich besonders relevant, da Investment Trusts hierzulande weniger bekannt sind als klassische Investmentfonds. Investment Trusts sind geschlossene Fonds (Closed-ended Funds), die an der Börse gehandelt werden – im Gegensatz zu offenen Fonds, bei denen Anteile direkt beim Fondsanbieter gekauft und zurückgegeben werden. Diese strukturelle Besonderheit eröffnet Investment Trusts spezifische Möglichkeiten zur Performancesteigerung.

Wie Trusts ihre Vorteile ausspielen

Es gibt mehrere Gründe, warum Investment Trusts gegenüber offenen Fonds im Vorteil sein können. Zu den wichtigsten zählen:

Leverage (Gearing):

Trusts können Fremdkapital einsetzen, um ihre Investitionen zu hebeln und so in steigenden Märkten höhere Renditen zu erzielen.

Konzentriertere Positionsgrößen:

Da Trusts keine Mittelabflüsse durch Anteilsrückgaben befürchten müssen, können sie konzentriertere Portfolios aufbauen und Positionen länger halten.

Strukturelle Stabilität:

Offene Fonds müssen bei starken Mittelabflüssen unter Umständen Positionen ungünstig liquidieren – ein Problem, das Trusts nicht kennen.

Die AIC-Analyse geht jedoch nicht auf konkrete Einzelbeispiele ein. Welche Trusts ihre offenen Pendants am deutlichsten übertroffen haben – und welche hinter diesen zurückgeblieben sind – bleibt in der offiziellen Veröffentlichung offen. Genau diese Frage hat das Finanzportal Interactive Investor aufgegriffen und eine eigene Analyse der Stichprobe vorgenommen, um die größten Performance-Unterschiede im Detail zu beleuchten.

Für Anleger, die beide Vehikel vergleichen möchten, lohnt sich ein genauer Blick auf die jeweiligen Strukturen und Konditionen. Die langfristigen Daten sprechen zwar tendenziell für Investment Trusts, doch die Ergebnisse variieren je nach Zeitraum und Marktsituation erheblich. Eine pauschale Empfehlung lässt sich aus den Daten nicht ableiten – wohl aber ein klarer Hinweis darauf, dass die Struktur eines Fonds einen messbaren Einfluss auf die Rendite haben kann.

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