Internet in Ostdeutschland: große Unterschiede beim Netzausbau
Untersuchung zeigt Defizite im Breitbandausbau zwischen Ost- und Westdeutschland

Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass das Internet in Ostdeutschland im Vergleich zum Westen deutlich schlechter ist. Laut der Studie haben nur 44 Prozent der ostdeutschen Haushalte ein Breitbandnetz, während es in Westdeutschland 70 Prozent sind. Auch bei der Glasfaserabdeckung belegt Deutschland den vorletzten Platz unter den EU-Mitgliedstaaten. Nur etwa jeder fünfte deutsche Haushalt hat eine Glasfaseranbindung, während der europäische Durchschnitt bei jedem zweiten Haushalt liegt.
Diese Unterschiede haben Auswirkungen auf die ostdeutsche Wirtschaft, da es aufgrund der geringeren Bevölkerungsdichte deutlich weniger dicht besiedelte Städte gibt und ein großer Teil der Bevölkerung im ländlichen Raum lebt, wo eine gute Breitbandinfrastruktur fehlt. Das fehlende Breitbandnetz sei ein Hindernis für die ostdeutsche Wirtschaft, so das IW. Die ostdeutsche Wirtschaft liegt noch immer bezogen auf die Erwerbstätigen um circa 20 Prozent und bezogen auf die Einwohnerzahl um fast 30 Prozent unter der westdeutschen.
Die Verfügbarkeit von Breitbandnetzen im Osten und Westen Deutschlands wurde auf Grundlage von Zahlen der Bundesnetzagentur berechnet. Im Westen sind deutlich mehr Gigabit-Netze verfügbar als im Osten. Ende 2018 hatte jeder vierte Haushalt in den westlichen Flächenländern leistungsstarkes Breitband. Zum Vergleich: In östlichen Flächenländer hatten nur 17 Prozent der Menschen ein Breitbandnetz. Im Osten sei der Netzausbau nach 2018 pro Halbjahr jeweils um etwa drei bis vier Prozentpunkte angestiegen, während er im Westen deutlicher zugenommen habe und Mitte 2020 57 Prozent erreichte. Der Anstieg in den fünf östlichen Flächenländern lag dagegen durchschnittlich nur bei 30 Prozent.
Die Studie betont auch, dass die digitale Infrastruktur und die Datennutzung der Unternehmen wichtige Stellschrauben sind, um die verbleibende Produktivitäts- und damit auch Einkommenslücke zwischen West- und Ostdeutschland zu schließen. Insgesamt sei in Deutschland bislang nur eine Minderheit der Unternehmen in der Lage, digitale Daten effizient zu nutzen.
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Zur AktienanalyseDie "Hoffnungsträger" dafür könnten laut der Studie des IW der Vorsprung des Ostens im Mobilfunkbereich sein. In den ostdeutschen Flächenländern sei die 5G-Abdeckung mit durchschnittlich 68 Prozent der Fläche höher als im Westen (61 Prozent). Das liege vor allem am vergleichsweise schwachen Abschneiden von Hessen oder Rheinland-Pfalz. Sachsen habe bereits 79 Prozent der Fläche mit 5G versorgt. Bei den Stadtstaaten liege der Westen mit 92 Prozent knapp vor dem Osten (88 Prozent).


