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Interactive Brokers startet Plattform für Prognosemärkte mit Ja-Nein-Wetten

Der Online-Broker bündelt Angebote von Kalshi, CME Group und ForecastEx – und will institutionelle Investoren für Prognosemärkte gewinnen.

Interactive Brokers startet Plattform für Prognosemärkte mit Ja-Nein-Wetten

Interactive Brokers führt eine neue Plattform ein, über die Nutzer Ja-Nein-Wetten auf Prognosemärkte platzieren können. Dabei greift der Broker auf Angebote von drei Anbietern zurück: Kalshi, die CME Group und die hauseigene Tochter ForecastEx. Das Angebot richtet sich sowohl an Privatpersonen als auch an institutionelle Anleger.

Gehandelt werden können Kontrakte in den Bereichen Wahlen, Klima und Wirtschaft. Interactive Brokers hat dabei klar kommuniziert, dass man vorerst keine Kontrakte listen werde, die keinen Bezug zu diesen Themen haben – Wetten auf Sport- oder Popkulturereignisse sind damit ausdrücklich ausgeschlossen.

Smarte Preisfindung über mehrere Börsen hinweg

Die Benutzeroberfläche der neuen Plattform zeigt plattformübergreifende Preise für Kontrakte an und identifiziert automatisch den besten verfügbaren Preis über die verschiedenen Börsen hinweg – inklusive aller anfallenden Gebühren. Damit soll Nutzern ein transparenter und effizienter Zugang zu den Prognosemärkten ermöglicht werden.

Interactive Brokers gab zudem an, den Zugang künftig auf weitere Börsen ausweiten zu wollen. Die Plattform ist damit als wachsendes Ökosystem konzipiert, das schrittweise ausgebaut werden soll.

Institutionelle Investoren im Fokus

Thomas Peterffy, Gründer und Chairman von Interactive Brokers, erklärte, das Unternehmen habe bereits konkretes Interesse von institutionellen Anlegern registriert. Diese wollten Prognosemärkte nutzen, um auf Rohstoffe zu wetten oder sich gegen Naturkatastrophen und die Folgen der globalen Erwärmung abzusichern. Peterffy erwartet, dass mehr institutionelle Investoren in Prognosemärkte einsteigen werden, sobald ausreichend Liquidität vorhanden ist, um deren Handelsvolumina zu unterstützen.

Auf die Frage, ob Prognosemärkte als Glücksspiel einzustufen seien, reagierte Peterffy deutlich: „Es stellt sich die generelle Frage: ‚Ist das Glücksspiel?' Und das ist aus meiner Sicht eine alberne Sorge. Dies sind sehr, sehr ernsthafte Themen, die nichts mit Glücksspiel zu tun haben."

Prognosemärkte auf dem Vormarsch

Prognosemärkte – auf Englisch „Prediction Markets" – ermöglichen es Teilnehmern, auf den Ausgang zukünftiger Ereignisse zu wetten. Der Preis eines Kontrakts spiegelt dabei die kollektive Einschätzung der Marktteilnehmer über die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses wider. In den USA haben diese Märkte zuletzt stark an Bedeutung gewonnen, insbesondere rund um politische Ereignisse wie Präsidentschaftswahlen.

Mit dem Schritt von Interactive Brokers erhalten Prognosemärkte nun Rückenwind aus der etablierten Finanzbranche. Der Broker zählt zu den größten Online-Brokern weltweit und verfügt über eine breite Kundenbasis – sowohl im Privatkundenbereich als auch bei professionellen und institutionellen Marktteilnehmern. Die Einbindung solcher Anbieter könnte die Liquidität in den Prognosemärkten deutlich erhöhen und damit genau jene Voraussetzung schaffen, die Peterffy als Schlüssel für eine breitere institutionelle Beteiligung nennt.

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