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Intelligente Technologie in der Monte-Rosa-Hütte

Innovative Gebäudesteuerung in extremen Höhen testet Siemens' Building X Plattform

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Intelligente Technologie in der Monte-Rosa-Hütte

Die Monte-Rosa-Hütte über Zermatt in der Schweiz ist bekannt für ihre schwer zugängliche Lage. Der Aufstieg dauert gut vier Stunden und führt über Gletscher, Schneefelder und Felsen zu der auf 2883 Metern Höhe gelegenen Unterkunft. Früher mussten sich Bergsteiger mit einfachen Unterkünften zufriedengeben, doch die Ansprüche der Gäste sind gestiegen. Hüttenwirt Kilian Emmenegger berichtet, dass die Erfüllung dieser Ansprüche im hochalpinen Gelände ohne Stromleitungen und Telefonkabel eine Herausforderung darstellt.

Seit ihrer Eröffnung dient die Monte-Rosa-Hütte als internationales Experimentierlabor. In dem futuristischen Gebäude, das an einen Bergkristall erinnert, haben der Schweizer Alpen-Club, Hochschulinstitute und Siemens modernste Gebäude- und Automatisierungstechnik integriert und kontinuierlich weiterentwickelt. Kürzlich wurde die Hütte als einer der ersten Anwender an die Plattform Building X angeschlossen. Sensoren erfassen alle 15 Minuten Daten, die per Mobilfunk in die Cloud gesendet und mithilfe von Künstlicher Intelligenz ausgewertet werden.

Die Plattform ermöglicht eine optimierte Steuerung von Heizung und Klimaanlagen, indem Wetterbedingungen und Übernachtungsanmeldungen berücksichtigt werden. Auch das Lastmanagement der Batterien, die den überschüssigen Strom der Photovoltaikanlagen speichern, wird verbessert. In den ersten Wochen konnte der Energieverbrauch dank Künstlicher Intelligenz um 6,5 Prozent gesenkt werden, so Siemens-Experte Fabian Gerschwiler.

Viele Unternehmen setzen derzeit auf intelligent vernetzte Gebäude und deren Anbindung an die Cloud, da dieser Markt als sehr vielversprechend gilt. Fortune Business Insights schätzt, dass der Markt für intelligente Gebäude bis 2032 jährlich um mehr als 20 Prozent wachsen und ein Volumen von etwa 570 Milliarden Dollar erreichen wird. Für Siemens ist es daher strategisch wichtig, die Nutzerzahl auf der Plattform Building X rasch zu erhöhen. Die Sparte Smart Infrastructure hat sich zur profitabelsten des Konzerns entwickelt, da sie nicht nur Produkte wie Feuermelder verkauft, sondern vernetzte Lösungen anbietet.

Der Gebäudesektor spielt im Kampf gegen den Klimawandel eine zentrale Rolle, da er etwa 40 Prozent des globalen Energieverbrauchs ausmacht. Die Digitalisierung der Infrastruktur ist ein wichtiger Hebel für Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Die extremen Bedingungen in der Region über Zermatt, wie Stürme, dünne Luft und Eiseskälte, machen die Monte-Rosa-Hütte zu einem geeigneten Testlabor. Die Auswirkungen des Klimawandels sind hier deutlich sichtbar, wie Siemens-Vorstand Matthias Rebellius betont. Der Gornergletscher ist heute drei Kilometer kürzer als Ende des 19. Jahrhunderts.

Seit der Eröffnung der Hütte vor 14 Jahren wurden zahlreiche Erfahrungen gesammelt. Photovoltaik ist in hochalpiner Umgebung zwar möglich, aber oft kompliziert und teuer. Beschädigte Panels wurden durch solche mit stabilerem Glas ersetzt, und UV-Strahlung beschädigte Kabel. Die alte Bleibatterie wurde durch eine effizientere und leichtere Lithium-Batterie des chinesischen Herstellers BYD ersetzt. Anfangs wurde die Hütte von der ETH Zürich ferngesteuert, nun ist die Cloud-Plattform Building X installiert.

Siemens bietet mit Building X verschiedene Apps an, die unter anderem Alarme, Fernsteuerung und Energieeffizienzanalysen ermöglichen. Das System wird von Hüttenwirt Emmenegger über seinen Laptop bedient. Weltweit ist Building X inzwischen in mehr als 40 Ländern im Einsatz. Neben Siemens setzen auch andere Anbieter wie Schneider Electric und Johnson Controls verstärkt auf IoT-Plattformen in der Gebäudetechnik.

Der Markt für intelligente Gebäudetechnik ist attraktiv. Laut einer Befragung des Branchenverbands Bitkom nutzen 42 Prozent der Unternehmen intelligente Beleuchtung und ein Drittel smarte Heiztechnologien. Digitale Technologien der Gebäudeautomation ermöglichen eine erhebliche Steigerung der Energie- und Prozesseffizienz. In der Schweiz kommen viele dieser Technologien früh zum Einsatz, da kleine und mittelständische Unternehmen oft agiler und bereit sind, neue Technologien auszuprobieren.

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