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Intel und AMD warnen vor monatelangen Lieferengpässen bei Server-CPUs in China

Wartezeiten bis sechs Monate, Preise steigen über 10 Prozent – KI-Boom verschärft CPU-Knappheit dramatisch

Intel und AMD warnen vor monatelangen Lieferengpässen bei Server-CPUs in China

Intel und AMD haben ihre Kunden in China in den vergangenen Wochen über drastisch verlängerte Lieferzeiten bei Server-Prozessoren informiert. Die Wartezeiten für Intel-CPUs erstrecken sich mittlerweile auf bis zu sechs Monate, während AMD-Kunden acht bis zehn Wochen einplanen müssen. Die Engpässe haben die Preise für Intels Serverprodukte im chinesischen Markt bereits um mehr als 10 Prozent in die Höhe getrieben.

Besonders betroffen sind Intels Xeon-Prozessoren der vierten und fünften Generation, die der US-Konzern derzeit rationieren muss. China macht mehr als 20 Prozent von Intels Gesamtumsatz aus und ist damit ein strategisch wichtiger Markt. Intel bestätigte gegenüber Reuters, dass die Lagerbestände im ersten Quartal auf dem niedrigsten Niveau liegen, kündigte aber Verbesserungen für das zweite Quartal 2026 an.

Mehrere Faktoren verschärfen die Krise

Die CPU-Knappheit hat mehrere Ursachen. Intel kämpft mit anhaltenden Herausforderungen bei der Fertigungsausbeute und kann die Produktion nicht schnell genug hochfahren. AMD, das seine Chips beim weltgrößten Auftragsfertiger TSMC in Taiwan produzieren lässt, konkurriert dort um Kapazitäten mit der boomenden KI-Chip-Produktion. TSMC priorisiert die Herstellung von KI-Prozessoren, wodurch nur begrenzte Fertigungskapazitäten für herkömmliche Server-CPUs übrig bleiben.

Zusätzlich verschärft der Mangel an Speicherchips die Situation. Als die Speicherpreise Ende 2025 in China zu steigen begannen, bestellten Kunden verstärkt CPUs, um sich günstigere Gesamtpreise für ihre Serverkonfigurationen zu sichern. Dies führte zu einem zusätzlichen Nachfrageschub bei den ohnehin knappen Prozessoren.

KI-Revolution treibt Nachfrage nach traditioneller Rechenleistung

Der eigentliche Treiber hinter den Engpässen ist der globale KI-Boom. Intel erklärte, dass die rasche Einführung von künstlicher Intelligenz zu einer stark gestiegenen Nachfrage nach "traditioneller Rechenleistung" geführt habe. Besonders agentische KI-Systeme, die komplexe, mehrstufige Operationen durchführen können, benötigen deutlich mehr CPU-Leistung als einfache Chatbot-Anwendungen.

Die boomenden Investitionen in KI-Infrastruktur haben einen hektischen Ansturm nicht nur auf spezialisierte KI-Chips ausgelöst, sondern auf die gesamte Lieferkette. Am stärksten betroffen sind Speicherchips, deren Preise kontinuierlich steigen. Zu den betroffenen Kunden in China zählen große Serverhersteller sowie Cloud-Computing-Anbieter wie Alibaba und Tencent.

Marktanteile im Wandel

Die beiden US-Konzerne dominieren zusammen den globalen Server-CPU-Markt, wobei sich die Gewichte verschoben haben. Laut einem UBS-Bericht ist Intels Marktanteil von über 90 Prozent im Jahr 2019 auf etwa 60 Prozent im Jahr 2025 gesunken. AMD konnte im gleichen Zeitraum seinen Anteil von rund 5 Prozent auf über 20 Prozent ausbauen.

AMD zeigte sich trotz der Lieferengpässe zuversichtlich und verwies auf starke Lieferantenvereinbarungen und die Partnerschaft mit TSMC. Das Unternehmen habe seine Lieferkapazitäten erhöht, um die weltweite Kundennachfrage decken zu können. Die aktuellen Engpässe könnten jedoch die Herausforderungen für KI-Unternehmen und andere Hersteller in den kommenden Monaten zusätzlich erschweren.

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