Intel-Aktie springt nach möglichem Einstieg der Regierung
Gespräche zwischen Trump und Konzernchef Tan nähren Spekulationen über Staatsbeteiligung

Die Aussicht auf einen möglichen Einstieg der US-Regierung hat den Aktienkurs von Intel deutlich beflügelt. Papiere des Chipkonzerns legten an der Börse um mehr als sieben Prozent zu, nachdem ein Bericht des Finanzdienstes Bloomberg Gespräche über eine Beteiligung publik machte. Demnach soll die Regierung von Donald Trump mit dem Management von Intel über ein Modell verhandeln, das den Konzern beim Ausbau der heimischen Produktion unterstützen könnte.
Das Vorhaben geht laut den Informationen auf ein Treffen zwischen Trump und Intel-Chef Lip-Bu Tan in dieser Woche zurück. Dabei sei die Idee entstanden, dass der Staat einen Anteil an dem Unternehmen übernimmt. Details zur möglichen Beteiligung stehen allerdings noch nicht fest, da die Planungen nach Angaben der informierten Kreise weiter in Bewegung seien. Intel selbst kommentierte die Berichte auf Anfrage nicht konkret. Aus dem Weißen Haus hieß es lediglich, man müsse entsprechende Meldungen ohne offizielle Bestätigung als Spekulation einordnen.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte die jüngste Auseinandersetzung zwischen dem Präsidenten und dem Intel-Chef. Trump hatte den Rücktritt von Tan gefordert, nachdem ein Senator dem Manager zu große Nähe zu China vorgeworfen hatte. Tan war erst im März nach längerer Suche auf den Chefposten berufen worden. Nach dem Treffen mit Trump kündigte der Präsident an, der Manager werde in den kommenden Tagen eng mit Regierungsmitgliedern zusammenarbeiten und ihm Vorschläge vorlegen. Worum es sich dabei handeln soll, ließ er offen.
Die Entwicklung kommt in einer Phase, in der Intel mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Der Konzern, der einst den weltweiten Halbleitermarkt dominierte, hat Marktanteile an Konkurrenten verloren. Vor allem im Bereich der Künstlichen Intelligenz gilt Nvidia als führend. Aber auch im traditionellen Geschäft mit PC-Prozessoren und Chips für Rechenzentren steht Intel unter Druck. Analysten beobachten seit Jahren, dass es dem Unternehmen schwerfällt, an frühere Erfolge anzuknüpfen.
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Zur AktienanalyseEin möglicher Einstieg der Regierung erinnert an eine ähnliche Konstellation in der Stahlindustrie. Bei der Übernahme des amerikanischen Konzerns US Steel durch Nippon Steel erhielt die US-Regierung bereits eine sogenannte goldene Aktie. Damit behält das Weiße Haus ein Mitspracherecht bei wesentlichen Entscheidungen wie Verlagerungen von Arbeitsplätzen, Schließungen von Werken oder großen Übernahmen. Das Modell könnte als Vorbild für den angedachten Schritt bei Intel dienen, auch wenn bisher keine endgültigen Vereinbarungen getroffen wurden.


