Insiderhandel-Vorwürfe gegen Monte Paschi Aufsichtsrat
Ein hochrangiger Beamter des italienischen Finanzministeriums steht im Verdacht des Insiderhandels im Zusammenhang mit der Mediobanca-Übernahme. Stefano Di Stefano, Mitglied des Verwaltungsrats der Banca Monte dei Paschi di Siena, soll Aktien im Wert von

Die italienische Finanzpolizei ermittelt gegen Stefano Di Stefano, einen ranghohen Beamten des Finanzministeriums und Aufsichtsrat der Banca Monte dei Paschi di Siena. Ihm wird vorgeworfen, vertrauliche Informationen über die Übernahme der Mediobanca SpA für persönliche Aktiengeschäfte genutzt zu haben. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf informierte Kreise.
Beschlagnahmung von Beweismitteln
Im Rahmen der Ermittlungen beschlagnahmte die Finanzpolizei bereits im vergangenen Jahr das Mobiltelefon von Di Stefano. Die Behörden untersuchen den Verdacht, dass der Beamte vor Bekanntwerden der Übernahme Aktien von Mediobanca und Monte Paschi im Gesamtwert von etwa 100.000 Euro erworben hat. Di Stefano ist seit 2022 Mitglied des Verwaltungsrats der traditionsreichen toskanischen Bank.
Größte Banken-Transaktion des Jahrzehnts
Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit der größten italienischen Banken-Fusion des vergangenen Jahrzehnts. Durch die staatlich unterstützte Übernahme der Mailänder Investmentbank Mediobanca durch Monte Paschi entstand das nach Vermögenswerten drittgrößte Kreditinstitut Italiens. Die Untersuchung hat in den Führungsetagen der italienischen Finanzwelt für erhebliche Unruhe gesorgt.
Ministerium weist Vorwürfe zurück
Weder Di Stefano noch die italienische Staatsanwaltschaft haben sich bislang zu den Vorwürfen geäußert. Sprecher des Finanzministeriums und von Monte Paschi lehnten eine Stellungnahme ab. Beamte des italienischen Schatzamts hatten zuvor betont, dass das Ministerium selbst nicht Gegenstand der Ermittlungen sei. Die Regierung bestreitet jegliches Fehlverhalten in dieser Angelegenheit.
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Zur AktienanalyseHintergrund zur Monte Paschi
Die Banca Monte dei Paschi di Siena gilt als eine der ältesten Banken der Welt und wurde nach der Finanzkrise 2008 mehrfach vom italienischen Staat gestützt. Die Übernahme von Mediobanca sollte die Bank stärken und ihre Position im italienischen Bankensektor festigen. Die aktuellen Ermittlungen werfen jedoch einen Schatten auf die strategisch wichtige Transaktion.


