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Insa-Umfrage: Deutsche Meinung zur Energiewende tief gespalten

43 Prozent bewerten die Energiewende positiv, 42 Prozent negativ – und 80.000 Menschen gehen auf die Straße.

Insa-Umfrage: Deutsche Meinung zur Energiewende tief gespalten

Die öffentliche Stimmung in Deutschland zur Energiewende bleibt tief gespalten. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des Insa-Instituts im Auftrag der „Bild am Sonntag", die am 16. und 17. April unter 1.001 Personen durchgeführt wurde. Demnach bewerten 43 Prozent der Befragten den Umbau des Energiesystems hin zu erneuerbaren Energien grundsätzlich positiv – während 42 Prozent diesen eher negativ sehen. 15 Prozent machten keine Angabe.

Beim konkreten Ausbau der erneuerbaren Energien zeigt sich ein etwas positiveres Bild: 47 Prozent der Teilnehmer sprechen sich dafür aus. Gleichzeitig wollen 26 Prozent keine Änderung am aktuellen Niveau, und 16 Prozent würden sogar einen geringeren Ausbau bevorzugen. Die Zahlen verdeutlichen, wie unterschiedlich die Bevölkerung die Transformation des deutschen Energiesystems bewertet.

Atomausstieg mehrheitlich kritisch gesehen

Besonders deutlich fällt das Meinungsbild beim Atomausstieg aus. 49 Prozent der Befragten bewerten diesen Schritt als grundsätzlich schlecht – nur 36 Prozent befürworten ihn. 15 Prozent sind in dieser Frage unentschlossen. Deutschland hatte seine letzten drei Kernkraftwerke im April 2023 vom Netz genommen, was seither politisch und gesellschaftlich kontrovers diskutiert wird.

Ähnlich gespalten sind die Meinungen zum Ziel der Klimaneutralität bis 2045: 46 Prozent halten dieses Ziel für relativ wichtig, während 38 Prozent es als eher unwichtig erachten. Weitere 16 Prozent äußerten keine Meinung zu diesem Thema. Das Klimaneutralitätsziel ist ein zentrales Element der deutschen und europäischen Klimapolitik.

Energiekosten belasten Haushalte massiv

Ein besonders deutliches Signal sendet die Umfrage beim Thema Energiekosten: 72 Prozent der Befragten fühlen sich durch den starken Anstieg der Strom- und Energiekosten stark belastet. Davon bezeichneten 35 Prozent die Belastung als sehr hoch, weitere 37 Prozent als eher hoch. Nur 21 Prozent empfanden die Kosten als geringe oder gar keine Belastung, 7 Prozent lehnten eine Stellungnahme ab.

Diese Zahlen unterstreichen den wachsenden finanziellen Druck auf private Haushalte, der die öffentliche Debatte über die Energiewende maßgeblich prägt. Hohe Energiepreise sind seit Jahren ein zentrales Thema in der deutschen Wirtschafts- und Sozialpolitik.

Tausende demonstrieren in deutschen Großstädten

Parallel zur Veröffentlichung der Umfrage gingen am Samstag Tausende Menschen in mehreren deutschen Großstädten auf die Straße. Die Demonstranten warnten davor, hohe Energiepreise als Vorwand zu nutzen, um den Erfolg der Energiewende zu gefährden. Die Proteste richteten sich gegen eine mögliche Aufweichung der Energiepolitik der Bundesregierung.

Die Organisatoren schätzten die Gesamtzahl der Teilnehmer bei den Protesten in Berlin, München, Hamburg und Köln auf insgesamt 80.000 Personen. Die Demonstrationen zeigen, dass das Thema Energiewende nicht nur in Umfragen, sondern auch auf der Straße eine starke gesellschaftliche Mobilisierung auslöst.

Die Insa-Umfrage zeichnet damit das Bild einer Gesellschaft, die den grundsätzlichen Wandel im Energiebereich zwar mehrheitlich nicht ablehnt, aber über Tempo, Methoden und Kosten tief uneins ist. Für Anleger im Bereich erneuerbare Energien und Versorger bleibt die politische Unsicherheit rund um die deutsche Energiepolitik ein relevanter Faktor.

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