ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Inflationssorgen setzen Tech-Aktien nach nicht nachhaltiger Rally unter Druck

Nach wochenlangen KI-getriebenen Kursgewinnen geraten Technologieaktien und die Magnificent 7 massiv unter Druck.

Inflationssorgen setzen Tech-Aktien nach nicht nachhaltiger Rally unter Druck

Investoren im Technologiesektor könnten es bereuen, den jüngsten Kursrückgang als Kaufgelegenheit genutzt zu haben. Nachdem wochenlang Milliarden in KI-Aktien, Chip-Titel und große Technologiekonzerne geflossen sind und die Kurse immer weiter nach oben getrieben wurden, geraten diese heißgelaufenen Werte nun spürbar unter Druck. Der technologielastige Nasdaq Composite weitete seinen Rücksetzer zuletzt weiter aus.

Laut dem Research-Unternehmen Fundstrat gingen allein an einem Tag rund eine halbe Billion US-Dollar an Marktwert im Technologiesektor und bei den sogenannten „Magnificent 7"-Aktien verloren. Diese Gruppe umfasst die sieben größten und einflussreichsten US-Technologiekonzerne, die in den vergangenen Jahren maßgeblich für die Kursgewinne an den amerikanischen Börsen verantwortlich waren.

Überkaufte Niveaus als Warnsignal

Peter Boockvar, Chief Investment Officer bei One Point BFG Wealth Partners, brachte die Lage auf den Punkt: KI-Aktien lagen zuletzt „weit über ihren gleitenden Durchschnitten". „Normalerweise sind solche Chartmuster nicht nachhaltig", sagte Boockvar gegenüber CNBC. Gleitende Durchschnitte sind ein gängiges technisches Analysewerkzeug, das die Richtung und Intensität des Kursmomentums über einen bestimmten Zeitraum anzeigt.

Auch Tim Hayes, Chefstratege für globale Märkte bei Ned Davis Research, bestätigt diese Einschätzung. Der Technologiesektor sei von „extrem überkauften Niveaus" zurückgefallen. Mit diesem Begriff beschreiben Analysten eine Situation, in der der Preis eines Vermögenswerts durch aggressive Käufe schnell gestiegen ist und eine mögliche Trendwende ankündigen kann.

Die Stimmung an den Märkten hat sich merklich eingetrübt. Der Fear & Greed Index von CNN, der die allgemeine Marktstimmung auf einer Skala von extremer Angst bis extremer Gier misst, ist in den Bereich „Angst" gerutscht – eine Stufe tiefer als der neutrale Wert der Vorwoche. Gleichzeitig ist der VIX, ein Maß für die am Markt erwartete Volatilität, in dieser Woche gestiegen.

Anleiherenditen als entscheidender Gradmesser

Im Mittelpunkt der Marktsorgen stehen die Renditen amerikanischer Staatsanleihen. Boockvar bezeichnete die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe als das entscheidende Signal. Die „rote Linie" für die Aktienmärkte liege bei 4,5 Prozent: Die Märkte fühlten sich „weniger wohl", wenn die Rendite über diesem Niveau liege, und „wohler", wenn sie darunter bleibe.

Genau dieses Niveau wurde zuletzt gerissen. Nachdem der Verbraucherpreisindex (CPI) die Auswirkungen höherer Energiepreise verdeutlichte, stieg die 10-jährige Rendite auf 4,532 Prozent – und die Aktienkurse gaben nach. Höhere Zinsen sind tendenziell eine schlechte Nachricht für Technologieaktien, da sie sicherere Anlagen wie Staatsanleihen für Investoren attraktiver erscheinen lassen.

Hayes warnte in diesem Zusammenhang: „Wir werden beobachten, wie die Anleiherenditen auf die Inflationsberichte reagieren und wie sich diese Reaktion auf den Technologiesektor und den breiteren Markt auswirkt." Er ergänzte: „In Anbetracht dessen, wie überkauft der Sektor nach wie vor ist, gibt es möglicherweise wenig Spielraum für Fehler, falls die Anleiherenditen nach oben überraschen."

Kostendruck durch Zölle als zusätzlicher Belastungsfaktor

Neben den Inflationsdaten rückt auch der Erzeugerpreisindex (PPI) in den Fokus. Dieser zeigt, wie sich höhere Energiepreise auf die Produktionskosten der Unternehmen auswirken. Boockvar verwies dabei auf den durch Zölle verursachten Kostenschock des vergangenen Jahres: „Was wir von den Unternehmen hören, ist, dass jeder einen weiteren Kostenschock erlebt." Er fügte hinzu: „Einigen Unternehmen fällt es leichter als anderen, diese Kosten an uns weiterzugeben."

Einige Marktbeobachter interpretieren den aktuellen Rückgang jedoch nicht ausschließlich als Ausverkauf, sondern auch als Sektorrotation. Dabei nehmen Anleger Gewinne mit, um sich diese zu sichern, und suchen anschließend nach Vermögenswerten mit angemesseneren Bewertungen oder kaufen defensivere Titel. Ob es sich um eine gesunde Korrektur oder den Beginn einer tieferen Abwärtsbewegung handelt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie die kommenden Inflationsdaten ausfallen und wie der Anleihemarkt darauf reagiert.

Tech-AktienNasdaqAnleiherenditenInflationKi-AktienMagnificent 7Sektorrotation

Disclaimer