Industriemetalle schlagen Gold 2026: Was Anleger jetzt wissen müssen
Bloomberg-Experte Jim Wiederhold analysiert die Rohstoffmärkte 2026 und sieht Versorgungssicherheit als dominierendes Investmentthema.

Industriemetalle übertreffen Gold im laufenden Jahr 2026 – das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Analyse von Jim Wiederhold, Produktmanager für Rohstoffindizes bei Bloomberg. Wiederhold beobachtet dabei nicht nur eine starke Preisentwicklung, sondern auch ein deutlich gestiegenes Interesse institutioneller Anleger am gesamten Rohstoffsektor.
Als treibende Kraft hinter dieser Entwicklung identifiziert Wiederhold das Thema Versorgungssicherheit. „Versorgungssicherheit ist das große neue Investmentthema der letzten anderthalb Jahre, das sich durch die bisherigen Entwicklungen im Jahr 2026 nur noch verstärkt hat", sagte er. Damit rückt ein Thema in den Vordergrund, das in der Vergangenheit vor allem in geopolitischen Debatten eine Rolle spielte, nun aber zunehmend die Kapitalallokation großer institutioneller Investoren beeinflusst.
Rohstoffe als strategische Asset-Klasse
Besonders bemerkenswert ist die veränderte Wahrnehmung von Rohstoffen in institutionellen Portfolios. „Rohstoffe sind definitiv wieder zu einer strategischen Asset-Allokation geworden", betonte Wiederhold. Diese Aussage ist für Privatanleger bedeutsam: Sie signalisiert, dass professionelle Großinvestoren Rohstoffe nicht mehr nur als kurzfristige Spekulation, sondern als langfristigen Baustein ihrer Portfoliostrategie betrachten.
Hintergrund dieser Entwicklung ist die wachsende globale Nachfrage nach kritischen Rohstoffen – insbesondere im Zusammenhang mit der Energiewende, dem Ausbau von Infrastruktur und der zunehmenden Deglobalisierung von Lieferketten. Industriemetalle wie Kupfer, Aluminium oder Nickel spielen dabei eine Schlüsselrolle, da sie für Elektrofahrzeuge, erneuerbare Energien und moderne Technologien unverzichtbar sind.
Die Outperformance von Industriemetallen gegenüber Gold im Jahr 2026 ist vor diesem Hintergrund kein Zufall. Während Gold traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten gilt, profitieren Industriemetalle direkt von strukturellen Nachfragetrends, die durch die globale Transformation der Wirtschaft angetrieben werden.
Was bedeutet das für Anleger?
Für deutsche Privatanleger stellt sich die Frage, wie sie von dieser Entwicklung profitieren können. Rohstoffindizes, wie sie Bloomberg berechnet und verwaltet, bieten eine Möglichkeit, breit diversifiziert in den Sektor zu investieren, ohne einzelne Bergbauunternehmen oder Rohstoffe direkt auswählen zu müssen. Entsprechende ETFs und ETCs sind auch an deutschen Börsen handelbar.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie Analyse von Wiederhold unterstreicht zudem, dass das Thema Versorgungssicherheit kein kurzfristiger Trend ist. Angesichts geopolitischer Spannungen, dem Wettbewerb um kritische Ressourcen und dem strukturellen Umbau der globalen Wirtschaft dürfte das Interesse institutioneller Anleger an Rohstoffen auch in den kommenden Jahren hoch bleiben. Für Privatanleger, die ihr Portfolio breiter aufstellen möchten, könnte eine strategische Beimischung von Rohstoffen daher langfristig sinnvoll sein.
Wiederhold analysierte die Rohstoffperformance im Rahmen eines Interviews mit dem Investing News Network, das auf Nischen-Investmentmärkte spezialisiert ist und regelmäßig Experten aus der Bergbau- und Metallbranche zu Wort kommen lässt.

