Industrie stillgelegt nach Gasstopp in Transnistrien
Lebensmittelversorgung gesichert, Energiekrise spitzt sich durch fehlende Alternativen zu

Die Unterbrechung der russischen Gaslieferungen hat zu einem Stillstand der Industrie in Transnistrien, einer abtrünnigen Region Moldawiens, geführt. Nach Angaben des ersten stellvertretenden Ministerpräsidenten Sergei Obolonik sind alle Industriebetriebe mit Ausnahme der Lebensmittelproduzenten geschlossen. Diese Maßnahme dient der Sicherstellung der Nahrungsmittelversorgung in der Region. Obolonik betonte, dass die Folgen der Situation bei anhaltender Problematik zu irreversiblen Veränderungen führen könnten, da Unternehmen möglicherweise ihre Wiederinbetriebnahmefähigkeit verlieren.
Die Region, die etwa 450.000 Einwohner zählt und hauptsächlich russischsprachig ist, hat die Auswirkungen des Gasstopps unmittelbar und schwer zu spüren bekommen. Dieser wurde durch die Beendigung eines fünfjährigen Transitabkommens zwischen Russland und der Ukraine ausgelöst. Während europäische Länder wie Österreich und die Slowakei alternative Gasquellen erschlossen haben, ist Transnistrien aufgrund seiner Abhängigkeit von russischem Gas besonders stark betroffen.
Das örtliche Energieunternehmen reduzierte die Wärme- und Warmwasserversorgung für Haushalte und riet den Bewohnern, sich durch einfache Maßnahmen wie das Zusammenbleiben in einem Raum oder die Nutzung von elektrischen Heizgeräten warmzuhalten. Laut Vadim Krasnoselsky, dem Anführer der Region, reichen die Gasreserven bei begrenztem Verbrauch in nördlichen Teilen für etwa zehn Tage und im Süden für doppelt so lange. Die Hauptstromversorgung wurde auf Kohle umgestellt, um zumindest bis Ende Februar Elektrizität bereitstellen zu können.
Vor der Unterbrechung hatte Russland jährlich rund 2 Milliarden Kubikmeter Gas nach Transnistrien geliefert, einschließlich des Hauptkraftwerks, das auch Energie für Moldawien bereitstellte. Die Ex-Sowjetrepublik Moldawien hat in den letzten Jahren versucht, ihre Energieabhängigkeit von Russland zu verringern. Ziel ist es, mehr als 60 % des Energiebedarfs aus dem Nachbarland Rumänien zu importieren und den Verbrauch um mindestens ein Drittel zu senken. Moldovagaz, die nationale Gasgesellschaft, zeigte sich bereit, Gas aus europäischen Ländern zu beschaffen, betonte jedoch, dass Transnistrien dieses zu Marktpreisen bezahlen müsse.
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Zur AktienanalyseDie Einstellung des russischen Gastransits wurde von der Ukraine als strategischer Erfolg bezeichnet, während Moskau und seine Verbündeten Europa und die USA für die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen verantwortlich machen. Europa hat seit Beginn des Ukraine-Krieges seine Abhängigkeit von russischer Energie reduziert und verstärkt auf alternative Lieferanten wie Norwegen, die USA und Katar gesetzt.


