Indonesische Rupiah auf Rekordtief – Präsident beschwichtigt Bevölkerung
Die Rupiah fiel auf 17.668 je US-Dollar. Präsident Prabowo sieht Dorfbewohner kaum betroffen und betont Stärke der Wirtschaft.

Die indonesische Rupiah hat am Montag im frühen Handel ein neues Rekordtief erreicht. Die Währung verlor mehr als 1 % und fiel auf 17.668 je US-Dollar – ein historischer Tiefstand, der Anleger und Beobachter gleichermaßen beunruhigt.
Doch nicht nur der Konflikt im Nahen Osten belastet die Währung. Bereits vor dem Iran-Krieg standen die Rupiah und indonesische Aktien unter erheblichem Druck. Anleger zeigen sich besorgt über die Ausgabenpläne der Regierung, mangelnde Markttransparenz und Zweifel an der Unabhängigkeit der Zentralbank.
Der wichtigste Aktienindex in Jakarta (JKSE) verstärkte die schlechte Stimmung zusätzlich. Nach einem Feiertagswochenende brach er bei Wiederaufnahme des Handels um mehr als 4 % ein. Auslöser war unter anderem eine Entscheidung des globalen Indexanbieters MSCI, der in der vergangenen Woche mehr als ein Dutzend indonesische Unternehmen aus seinen Indonesien-Indizes gestrichen hatte.
Präsident Prabowo beschwichtigt die Bevölkerung
Angesichts der Turbulenzen meldete sich Präsident Prabowo Subianto am Samstag bei zwei Veranstaltungen in der Provinz Ost-Java zu Wort. Seine Botschaft: Die einfache Bevölkerung auf dem Land sei von der Währungsschwäche kaum betroffen, da Dorfbewohner keine Transaktionen in US-Dollar tätigen.
„Egal, wie viele Tausend Rupiah der Wechselkurs zum US-Dollar beträgt, Sie in den Dörfern verwenden ohnehin keinen Dollar", sagte Prabowo. Er rief die Bevölkerung dazu auf, an die Stärke der heimischen Wirtschaft zu glauben: „Glauben Sie daran, dass unsere Wirtschaft stark ist, unsere Fundamentaldaten sind solide. Was auch immer die Leute sagen, Indonesien ist stark."
Bei der Vorstellung eines Regierungsprogramms zum Aufbau von Genossenschaften in Dörfern verwies Prabowo zudem auf seinen Zentralbankchef Purbaya Yudhi Sadewa: „Solange Purbaya lächeln kann, gibt es keinen Grund zur Sorge." In einer weiteren Rede betonte er, dass die größte Volkswirtschaft Südostasiens über eine ausreichende Nahrungsmittel- und Energieversorgung verfüge. Kritiker, die den Rückgang der Rupiah als Zeichen wirtschaftlicher Schwäche werteten, wies er zurück: „Viele Länder geraten in Panik, aber Indonesien geht es weiterhin gut."
Regierung und Zentralbank ergreifen Gegenmaßnahmen
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Zur AktienanalyseTrotz der optimistischen Rhetorik des Präsidenten reagiert die Regierung mit konkreten Maßnahmen. Indonesien hat sein Budget für Treibstoffsubventionen erhöht, um die Bevölkerung vor den Folgen steigender weltweiter Rohölpreise zu schützen. Damit sollen die sozialen Auswirkungen der Währungsschwäche abgefedert werden.
Die indonesische Zentralbank ist zudem bereits am Devisenmarkt aktiv und interveniert, um den Wechselkurs der Rupiah zu stützen. Alle Augen richten sich nun auf Mittwoch: Dann hält die Zentralbank ihre monatliche geldpolitische Sitzung ab. Marktteilnehmer werden die Entscheidungen und Signale der Währungshüter genau beobachten, um Hinweise auf den weiteren Kurs der Geldpolitik zu erhalten.
Für internationale Investoren bleibt Indonesien ein schwieriges Terrain. Die Kombination aus politischer Unsicherheit, Währungsdruck und dem Rückzug großer Indexanbieter wie MSCI dürfte das Vertrauen in den südostasiatischen Markt kurzfristig weiter belasten.


