Indonesische Rupiah auf Rekordtief: Haushaltsdefizit belastet
Die indonesische Rupiah ist im Januar auf ein historisches Tief von 16.985 pro US-Dollar gefallen. Grund sind Sorgen um die Haushaltsdisziplin unter Präsident Prabowo Subianto und Zweifel an der Unabhängigkeit der Zentralbank.

Die indonesische Rupiah gehört zu den schwächsten asiatischen Schwellenlandwährungen im neuen Jahr. Im Januar verlor die Währung fast 2% gegenüber dem US-Dollar, nachdem sie bereits 2024 um 3,5% an Wert eingebüßt hatte. Am Dienstag markierte die Rupiah mit 16.985 pro Dollar ein neues Rekordtief.
Höchstes Haushaltsdefizit seit zwei Jahrzehnten
Die Schwäche der Währung hat mehrere Ursachen. Präsident Prabowo Subianto plant für 2025 ein Haushaltsdefizit von 2,92% des Bruttoinlandsprodukts – der höchste Wert seit zwei Jahrzehnten, abgesehen von der COVID-19-Pandemie. Diese Zahlen erneuerten die Bedenken internationaler Investoren hinsichtlich der fiskalischen Nachhaltigkeit in Südostasiens größter Volkswirtschaft.
Die Rendite zehnjähriger indonesischer Staatsanleihen kletterte am Dienstag auf 6,33%, den höchsten Stand seit Monaten. Ausländische Investoren zogen Kapital aus dem Anleihenmarkt ab, was zusätzlichen Druck auf die Rupiah ausübte.
Sorgen um Unabhängigkeit der Zentralbank
Verschärft wird die Situation durch personelle Entscheidungen: Präsident Prabowo nominierte seinen Neffen Thomas Djiwandono als Mitglied des Direktoriums der Bank Indonesia. Diese Personalentscheidung weckt Befürchtungen, dass die Autonomie der Zentralbank untergraben werden könnte – ein kritischer Faktor für das Vertrauen internationaler Anleger.
Indonesiens Haushaltsgesetze begrenzen das jährliche Defizit auf 3% und die Staatsverschuldung auf 60% des BIP. Diese Obergrenzen wurden nach der asiatischen Finanzkrise Ende der 1990er Jahre eingeführt und gelten als wichtige Vertrauensanker für Investoren.
Saisonale Faktoren verstärken Druck
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Zur AktienanalyseAnalysten verweisen zudem auf saisonale Effekte: Im Vorfeld des Fastenmonats Ramadan, der in der dritten Februarwoche beginnt, steigt traditionell die Nachfrage nach US-Dollar für Importe. Dies trägt zur aktuellen Schwäche der Rupiah bei.
Trotz des historischen Tiefstands ist Indonesiens Haushaltsdefizit im internationalen Vergleich moderat. Die Kombination aus fiskalischen Bedenken, Zweifeln an der Zentralbank-Unabhängigkeit und saisonalen Faktoren setzt die Währung jedoch unter erheblichen Druck.


