Indische Stahlbranche plant Anti-Dumping-Schritte gegen China
Verband beklagt Billigimporte und prüft Petition beim Handelsministerium

Der indische Verband der Hersteller von legiertem Stahl plant, in Kürze eine Anti-Dumping-Beschwerde beim föderalen Handelsministerium gegen günstige Stahlimporte aus China einzureichen. Das teilte ein ranghoher Vertreter des Verbands mit. Indien zählt weltweit zu den größten Produzenten von Rohstahl und verfügt über eine jährliche Kapazität von etwa 18 bis 20 Millionen Tonnen legiertem Stahl. Dieser wird vor allem in der Automobilindustrie, im Verteidigungsbereich sowie in der Luft- und Raumfahrt eingesetzt.
Nach Angaben des Generaldirektors des Verbands, Anil Dhawan, ist in jüngster Zeit ein kontinuierlicher Anstieg bei den Importen von legierten und Spezialstahlstäben und -stangen aus China, Japan, Korea und anderen Ländern zu verzeichnen. China exportiere diese Produkte nach Indien zu sehr niedrigen Preisen. Der Verband der Hersteller von legiertem Stahl (ASPA) arbeite deshalb gemeinsam mit seinen juristischen Beratern daran, zeitnah einen entsprechenden Antrag bei der indischen Behörde für Handelsausgleichsmaßnahmen (DGTR) einzureichen.
Die DGTR untersteht dem föderalen Handelsministerium. Zu den Mitgliedern des ASPA zählen unter anderem der größte Stahlproduzent Indiens, JSW Steel, sowie Jindal Steel and Power, Kalyani Steels und Mukand Sumi Special Steel. Bereits zu Beginn des Monats hatte Indien eine vorübergehende Steuer von 12 Prozent auf bestimmte Stahlprodukte empfohlen. Diese sogenannte Schutzsteuer soll für 200 Tage gelten und dient dem Ziel, den Import entsprechender Erzeugnisse einzuschränken.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseIndien verzeichnete in den Monaten April bis Januar rekordverdächtige Importe von Fertigstahl und war in diesem Zeitraum Nettoimporteur. Insbesondere die Einfuhren von Fertigstahl aus China, Südkorea und Japan erreichten in den ersten zehn Monaten des laufenden Finanzjahres ein Rekordhoch. Diese Entwicklung war zuvor von der Nachrichtenagentur Reuters berichtet worden.


