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Indische Rupie nahe Allzeittief: Iran-Krieg belastet Währung

Die indische Rupie kämpft mit schwerem Gegenwind – der Nahost-Konflikt treibt Energiepreise und Inflationssorgen.

Indische Rupie nahe Allzeittief: Iran-Krieg belastet Währung

Die indische Rupie notierte zuletzt bei 92,4250 gegenüber dem US-Dollar und bewegte sich damit in einer extrem engen Spanne von weniger als 5 Paisa. Händler berichteten von vereinzelten Dollar-Verkäufen durch staatliche Banken, die die Währung stützten. Damit befindet sich die Rupie nur knapp über ihrem in der Vorwoche markierten Allzeittief von 92,4750.

Marktbeobachter sehen in den jüngsten Kursbewegungen ein klares Signal der indischen Zentralbank. Die Notenbank signalisiert demnach, dass sie eine drastische Abwertung der Rupie nicht tolerieren wird. Händler rechnen weiterhin damit, dass die Reserve Bank of India aktiv bleibt, um übermäßige Volatilität zu dämpfen.

Iran-Krieg als zentraler Belastungsfaktor

Der US-israelische Krieg gegen den Iran befindet sich bereits in der dritten Woche, ohne dass ein Ende absehbar wäre. Besonders kritisch: Die Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Erdöls und Flüssiggases transportiert werden, ist weitgehend blockiert. Dies treibt die Energiepreise in die Höhe und schürt weltweit Sorgen über Wachstum und Inflation.

Für Indien als großen Ölimporteur sind die Folgen besonders gravierend. Ökonomen warnen: Sollten die Ölpreise über einen Zeitraum von zwölf Monaten im Schnitt bei 100 US-Dollar je Barrel verharren, droht dem südasiatischen Land ein deutlicher Wachstumseinbruch bei gleichzeitig steigender Inflation.

Goldman Sachs hat seine Prognosen für Indien bereits angepasst. Die US-Investmentbank senkte die Wachstumsprognose um 0,5 Prozentpunkte, hob die Inflationserwartung (VPI) um 0,3 Prozentpunkte an und korrigierte die USD/INR-Prognose auf Zwölfmonatssicht leicht auf 95 nach oben.

Indische Märkte unter Druck

Die Auswirkungen auf die indischen Finanzmärkte sind deutlich spürbar. Der Leitindex Nifty 50 hat im laufenden Monat mehr als 6 Prozent an Wert verloren. Gleichzeitig ist die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Staatsanleihe um 5 Basispunkte gestiegen – ein Zeichen für wachsende Risikoaversion bei Anlegern.

An den globalen Märkten richtet sich der Blick zusätzlich auf eine Reihe geldpolitischer Entscheidungen. Die australische Zentralbank erhöhte am Dienstag bereits die Zinsen. Im weiteren Wochenverlauf stehen Entscheidungen der US-Notenbank Federal Reserve, der Bank of Japan, der Europäischen Zentralbank sowie der Bank of England an – allesamt im Schatten des anhaltenden Nahost-Konflikts.

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