Indische Rupie erholt sich dank RBI-Intervention und fallender Ölpreise
Die Rupie verzeichnet eine dreitägige Gewinnserie und legt seit ihrem Rekordtief über 1,5 Prozent zu.

Die indische Rupie hat am Montag ihre Erholungsrally fortgesetzt und schloss bei 95,23 Rupien pro US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von mehr als 1,5 Prozent gegenüber dem Rekordtief von 96,96 Rupien pro Dollar, das die Währung noch am vergangenen Mittwoch markiert hatte. Damit verzeichnet die Rupie eine bemerkenswerte dreitägige Gewinnserie.
Zwei wesentliche Faktoren stützen die Erholung: Zum einen griffen staatliche Banken wiederholt in den Devisenmarkt ein und boten US-Dollar an – ein Schritt, der nach Einschätzung von Marktteilnehmern als Warnsignal gegen aufkommende Spekulationen gegen die Rupie zu verstehen ist. Zum anderen sorgten fallende Rohölpreise und Optimismus über mögliche Fortschritte in den Verhandlungen zwischen Washington und Teheran für eine verbesserte globale Risikobereitschaft.
RBI signalisiert Bereitschaft zum Eingreifen
RBI-Gouverneur Sanjay Malhotra äußerte sich in einem Medieninterview zur Lage der Währung. „Nach der jüngsten Abwertung ließe sich argumentieren, dass die Rupie unterbewertet sei", sagte Malhotra. Die Reserve Bank of India strebe zwar kein bestimmtes Wechselkursniveau an, stehe jedoch bereit, bei spekulativem Druck einzugreifen. Diese Aussagen unterstreichen die aktive Rolle der indischen Zentralbank bei der Stabilisierung der Währung.
Händler in Mumbai bestätigten, dass staatliche Banken am Berichtstag wiederholt Dollar-Verkäufe vornahmen. Ein Händler einer Mumbaianer Bank wertete diese Aktivität als gezielte Warnung an Spekulanten, die auf eine weitere Abwertung der Rupie gesetzt hatten. Die Dollar-Verkaufsinterventionen der RBI gelten als klassisches Instrument, um übermäßige Währungsschwankungen zu dämpfen.
Ölpreisrückgang und Iran-Verhandlungen als Rückenwind
Brent-Rohöl-Futures fielen am Montag um mehr als 5 Prozent auf 97,80 Dollar pro Barrel. Hintergrund ist die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt: Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums erklärte, man habe in vielen Punkten einer potenziellen Absichtserklärung mit den USA Einigkeit erzielt. Gleichzeitig betonte er, dass dies nicht bedeute, dass Teheran kurz vor der Unterzeichnung eines Abkommens stehe. Für Indien als einen der weltgrößten Ölimporteure sind niedrigere Rohölpreise von besonderer Bedeutung, da sie die Devisenausgaben des Landes erheblich beeinflussen.
Asiatische Währungen und Aktienmärkte legten ebenfalls zu, da die Aussicht auf ein Ende des Iran-Krieges die globale Risikobereitschaft beflügelte. Indische Finanzministerin Nirmala Sitharaman rief das Land am Montag dazu auf, sich auf Treibstoff, Düngemittel und Devisen zu konzentrieren – und unterstrich damit den Appell von Premierminister Narendra Modi, angesichts des Konflikts Devisenreserven zu schonen.
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Zur AktienanalyseAnalysten sehen weiteres Aufwertungspotenzial
Marktexperten zeigen sich vorsichtig optimistisch für die weitere Entwicklung der Rupie. „Sollten die Rohölpreise stabil bleiben und sich die globale Risikostimmung weiter verbessern, besteht eine gute Chance, dass die Rupie in naher Zukunft schrittweise in Richtung der Zone von 94,80 bis 94,50 aufwertet", sagte Amit Pabari, Geschäftsführer des Devisenberatungsunternehmens CR Forex. Damit würde die Währung einen weiteren bedeutenden Teil ihrer jüngsten Verluste wettmachen.
Für deutsche Anleger mit Exposure in indischen Aktien oder Anleihen ist die Stabilisierung der Rupie ein positives Signal. Eine schwache Rupie schmälert die in Euro umgerechneten Renditen indischer Investments erheblich. Die Kombination aus Zentralbankunterstützung, sinkenden Energiepreisen und geopolitischer Entspannung könnte der Währung kurzfristig weiteren Auftrieb verleihen.


