Indische Goldnachfrage schwächelt trotz Ende der Hochzeitssaison
Volatile Preise und das Auslaufen der Hochzeitssaison dämpfen die Goldnachfrage in Indien spürbar – Händler gewähren hohe Abschläge.

Die Goldnachfrage in Indien zeigt sich weiterhin verhalten. Am Freitag notierten die inländischen Goldpreise bei rund 158.400 Rupien pro 10 Gramm. Händler boten in dieser Woche Preisabschläge von bis zu 87 US-Dollar pro Unze gegenüber den offiziellen Inlandspreisen an – in der Vorwoche hatten diese Abschläge noch bei bis zu 106 US-Dollar gelegen.
Ein wesentlicher Grund für die schwache Nachfrage ist das Ende der indischen Hochzeitssaison. „Die Hochzeitssaison neigt sich dem Ende zu. Die Nachfrage im Einzelhandel schwächt sich weiter ab, und Juweliergeschäfte im ganzen Land berichten von einer geringeren Kundenfrequenz", erklärte ein in Mumbai ansässiger Edelmetallhändler einer Privatbank. Hochzeiten gelten in Indien als einer der wichtigsten Treiber für Goldkäufe, da das Edelmetall in Form von Schmuck ein zentraler Bestandteil der Brautausstattung sowie ein beliebtes Geschenk von Familie und Gästen ist.
Auch ältere Lagerbestände belasten den Markt zusätzlich. „Der Markt handelt mit einem deutlichen Abschlag, da die Nachfrage in den letzten Wochen verhalten blieb. Ältere Goldbestände werden gegen Barzahlung mit einem noch höheren Abschlag verkauft", sagte Nitin Suryavanshi, Marketingleiter bei Ashta Siddhi Bullion & Jewellers.
Erhöhte Einfuhrzölle belasten den Markt
Ein weiterer Belastungsfaktor ist die jüngste Anhebung der Einfuhrzölle. Indien hat im vergangenen Monat die Zölle auf Gold und Silber von 6 Prozent auf 15 Prozent erhöht. Diese Maßnahme ist Teil der Bemühungen der Regierung, Auslandskäufe der Metalle zu reduzieren und den Druck auf die Devisenreserven – der durch gestiegene Ölpreise entstanden ist – zu mildern. Die Inlandspreise enthalten neben dem Einfuhrzoll von 15 Prozent auch eine Verkaufsabgabe von 3 Prozent.
Die Auswirkungen der höheren Zölle zeigen sich auch bei den Kapitalanlagen: Indiens physisch hinterlegte Gold-ETFs (Exchange-Traded Funds) verzeichneten im Mai ihren ersten monatlichen Nettoabfluss seit einem Jahr. Anleger nutzten den kräftigen Preisanstieg infolge der höheren Einfuhrzölle, um Gewinne mitzunehmen.
Chinas Goldmarkt ebenfalls unter Druck
Im wichtigsten Goldabnehmerland China wurde das Edelmetall mit Aufschlägen von 7 bis 10 US-Dollar pro Unze gegenüber dem globalen Referenzpreis gehandelt – in der Vorwoche lagen diese Aufschläge noch bei 9 bis 12 US-Dollar. Auch hier zeigt sich eine gewisse Kaufzurückhaltung.
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Zur Aktienanalyse„Die physische Nachfrage in China war in letzter Zeit etwas verhalten, was teilweise auf die Sorge vor möglichen Zinserhöhungen und die Auswirkungen steigender Anleiherenditen zurückzuführen ist. Diese Faktoren scheinen den Appetit der Anleger auf Gold zu belasten", erklärte Bernard Sin, Regionaldirektor für Greater China bei MKS PAMP. Er äußerte jedoch auch Optimismus: „Es herrscht Optimismus, dass eine Lösung des Konflikts die Inflationssorgen lindern und möglicherweise die Erwartungen an längerfristig höhere Zinsen dämpfen könnte, was dazu beitragen könnte, die Nachfrage künftig zu stabilisieren."
Gemischtes Bild in der gesamten Region
In anderen asiatischen Märkten zeigt sich ein uneinheitliches Bild. In Hongkong wurde Gold zu Par-Preisen bis hin zu Aufschlägen von 2 US-Dollar gehandelt. In Japan wurde das Edelmetall mit einem leichten Abschlag von 0,25 US-Dollar verkauft, während in Singapur Abschläge von 0,50 US-Dollar bis hin zu Aufschlägen von 3 US-Dollar angeboten wurden. Die unterschiedlichen Preisniveaus spiegeln die regional variierenden Nachfragebedingungen und Marktdynamiken in Asien wider.


