ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Indiens Rupie unter Druck: Rekord-Kreditaufnahme belastet Währung und Anleihen

Höchste Staatsverschuldung der Geschichte und schwache Kapitalflüsse setzen indische Finanzmärkte unter Druck.

Indiens Rupie unter Druck: Rekord-Kreditaufnahme belastet Währung und Anleihen

Die indische Rupie und Staatsanleihen stehen vor einer schwierigen Woche. Der am Sonntag vorgelegte Bundeshaushalt der Regierung für das neue Fiskaljahr übertraf mit einer geplanten Bruttokreditaufnahme von 17,20 Billionen Rupien (187,63 Milliarden US-Dollar) die Erwartungen der Marktteilnehmer deutlich. Die Rupie war bereits am Freitag auf ein Rekordtief von 91,9875 pro US-Dollar gefallen und näherte sich damit gefährlich der psychologisch wichtigen Marke von 92.

Die Kreditaufnahme liegt 17 Prozent über dem Vorjahreswert von 14,61 Billionen Rupien und übertrifft auch die Median-Erwartung von 16,3 Billionen Rupien aus einer Reuters-Umfrage unter 35 Ökonomen. Auch die Nettokreditaufnahme steigt von 11,33 Billionen auf 11,73 Billionen Rupien. Die Regierung strebt für das kommende Fiskaljahr eine Schuldenstandsquote von 55,6 Prozent des BIP bei einem Haushaltsdefizit von 4,3 Prozent an.

Anleiherenditen unter Aufwärtsdruck

Die Rendite der zehnjährigen Benchmark-Anleihe schloss am Freitag bei 6,6963 Prozent und verzeichnete damit den vierten wöchentlichen Anstieg in fünf Wochen. Händler rechnen mit einer Bewegung zwischen 6,62 und 6,75 Prozent bis zur geldpolitischen Entscheidung der Reserve Bank of India (RBI) am kommenden Freitag. Dabei werden die Zinssätze voraussichtlich unverändert bleiben.

"Die Kreditaufnahme der Regierung ist etwas höher, als der Markt erwartet hatte, sodass die Probleme des Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage bei Staatsanleihen wahrscheinlich anhalten werden", erklärt Vivek Rajpal, Asia Macro Strategist bei JB Drax Honore. Die RBI werde weiterhin als marginaler Käufer von Staatsschulden auftreten müssen, um den Markt zu stabilisieren.

Liquiditätsmaßnahmen der Zentralbank

Die RBI hatte im vergangenen Jahr die Leitzinsen um 125 Basispunkte gesenkt, doch die Weitergabe an die Realwirtschaft wurde durch steigende Anleiherenditen und zeitweilige Liquiditätsengpässe behindert. Diese Engpässe resultierten aus Marktinterventionen zur Stützung der Rupie. Die Zentralbank reagierte mit beispiellosen Maßnahmen, darunter Rekordanleihekäufe und Devisenswaps, um ausreichende Liquidität im Bankensystem zu gewährleisten.

Bei der geldpolitischen Sitzung am Freitag wird der Fokus auf der Weitergabe der früheren Zinssenkungen durch Liquiditätsoperationen liegen. Händler warnen jedoch, dass das hohe Schuldenangebot die Renditen auch weiterhin auf erhöhtem Niveau halten könnte.

Internationaler Gegenwind verstärkt Druck

Zusätzlich belasten externe Faktoren die indischen Märkte. Der US-Dollar-Index stieg am Freitag um ein Prozent, während auch die Renditen zehnjähriger und dreißigjähriger US-Staatsanleihen anzogen. Die Nominierung von Kevin Warsh zum nächsten Fed-Vorsitzenden wird von Marktteilnehmern als Signal für eine weniger aggressive Zinssenkungspolitik interpretiert, was den Dollar weiter stärken könnte.

Die Rupie hatte bereits im Januar mehr als zwei Prozent verloren und kämpft mit schwachen Kapitalzuflüssen. Händler erwarten einen weiteren Rückgang über die Marke von 92 pro US-Dollar. Der fehlende positive Impuls aus dem Haushalt und eine unerwartete Anhebung der Steuern auf Aktienderivatgeschäfte belasteten zusätzlich die lokalen Aktienmärkte.

Ausblick auf wichtige Wirtschaftsdaten

In dieser Woche stehen wichtige Konjunkturdaten an, die weitere Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung geben werden. Am Montag wird der HSBC-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe veröffentlicht, gefolgt vom Dienstleistungs-PMI am Mittwoch. Die geldpolitische Entscheidung der RBI am Freitag wird zeigen, wie die Zentralbank auf die aktuellen Herausforderungen reagiert und welche Maßnahmen sie zur Stabilisierung der Märkte ergreifen wird.

Indische RupieStaatsanleihen IndienReserve Bank Of IndiaHaushaltsdefizit IndienAnleiherenditen

Disclaimer