Indien plant Steuer auf Stahlimporte zur Marktstabilisierung
Maßnahme soll heimische Hersteller schützen und Preisanstiege ermöglichen

Die Aktien indischer Stahlunternehmen verzeichneten am Mittwoch einen Anstieg, nachdem eine staatliche Behörde eine vorübergehende Steuer auf bestimmte Stahlimporte empfohlen hatte. Diese Maßnahme soll die Einfuhr billiger Stahlprodukte eindämmen und wird von Analysten als potenzieller Gewinnsteigerer für die Unternehmen bewertet. Der NIFTY Metal Index stieg im frühen Handel in Mumbai um bis zu 1,6 Prozent. Die Aktien von JSW Steel und Tata Steel legten jeweils um etwa 3 Prozent zu und gehörten damit zu den zehn stärksten Werten im Nifty-50-Index, der insgesamt um 0,3 Prozent zulegte. Die staatliche Steel Authority of India Limited (SAIL) verzeichnete einen Kursanstieg von 3,7 Prozent.
Hintergrund der Entwicklung ist eine Untersuchung, die die indische Regierung im Dezember 2024 eingeleitet hatte. Grund dafür waren Rekordimporte, insbesondere aus China, die führende Stahlproduzenten dazu veranlasst hatten, Maßnahmen gegen die Einfuhren zu fordern. Die Generaldirektion für Handelsmaßnahmen, die dem indischen Handelsministerium untersteht, schlug nun eine temporäre Steuer in Höhe von 12 Prozent auf bestimmte Stahlprodukte für die Dauer von 200 Tagen vor. Die Steuer soll auf Produkte wie warmgewalzte Coils, Stahlbleche und Platten sowie kaltgewalzte Coils und Bleche erhoben werden.
Marktanalysten erwarten, dass diese Maßnahme die Stahlpreise in Indien steigen lassen könnte. Experten von J.P. Morgan sehen durch die geplante Steuer Möglichkeiten für höhere Gewinnerwartungen der Stahlunternehmen. Der leitende Analyst für Metall- und Bergbau bei Anand Rathi, Parthiv Jhonsa, prognostiziert einen kurzfristigen Preisanstieg um 1.500 bis 2.000 Rupien je Tonne und geht davon aus, dass die Gewinne der Stahlunternehmen in den nächsten ein bis zwei Quartalen zunehmen werden.
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Zur AktienanalyseEin weiterer Effekt der Steuer könnte sein, dass sie mögliche Handelsumlenkungen aus Ländern wie Japan und Südkorea nach Indien abfedert. Diese Staaten liefern derzeit etwa 15 Prozent der Stahlexporte in die Vereinigten Staaten. Der US-Präsident hatte kürzlich einen Importzoll von 25 Prozent auf Stahl verhängt, wodurch es für japanische und südkoreanische Produzenten attraktiver werden könnte, ihre Exporte stattdessen nach Indien zu verlagern. Durch die neue Maßnahme will die indische Regierung verhindern, dass diese Länder den indischen Markt mit zusätzlichen Mengen überschwemmen und so die heimische Stahlindustrie weiter unter Druck setzen.

