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Indien plant Boeing-Großauftrag über 80 Milliarden Dollar nach US-Handelsabkommen

Neu-Delhi signalisiert massive Flugzeugbestellungen bei Boeing – Teil umfangreicher Handelszusagen an Washington

Indien plant Boeing-Großauftrag über 80 Milliarden Dollar nach US-Handelsabkommen

Indien steht kurz davor, Flugzeugbestellungen bei Boeing im Wert von bis zu 80 Milliarden Dollar zu platzieren. Dies gab Indiens Handels- und Industrieminister Piyush Goyal am Donnerstag bekannt. Die geplanten Aufträge sind Teil der Bemühungen Neu-Delhis, die Handelsbeziehungen mit den USA deutlich auszuweiten.

Die Bestellungen seien "noch nicht erteilt, aber bereit", erklärte Goyal. Zusammen mit Triebwerken und Ersatzteilen könnten die Importe aus den USA "die 100 Milliarden Dollar allein durch Flugzeuge überschreiten". Der Minister betonte zudem das Potenzial, in den nächsten fünf Jahren Waren im Wert von mindestens 500 Milliarden Dollar aus den USA zu beschaffen.

Handelsabkommen mit Unklarheiten

Das angekündigte Handelsabkommen zwischen Indien und den USA sorgt für Diskussionen. US-Präsident Donald Trump hatte in einem Social-Media-Post verkündet, die USA würden die Zölle auf indische Waren auf 18 Prozent senken. Im Gegenzug solle Neu-Delhi die Abgaben auf US-Waren auf null reduzieren, russisches Öl durch amerikanische Lieferungen ersetzen und Waren im Wert von 500 Milliarden Dollar kaufen.

Indiens Premierminister äußerte sich zwar erfreut über die Zollsenkung – indische Waren unterlagen bisher Zöllen von 50 Prozent – bestätigte jedoch keine der anderen von Trump genannten Details. Die indische Regierung hält sich mit konkreten Informationen zurück und sieht sich zunehmend Fragen der Opposition ausgesetzt.

Experten zweifeln an Realisierbarkeit

Wirtschaftsexperten halten das Ziel, Waren im Wert von 500 Milliarden Dollar aus den USA zu kaufen, für "übertrieben". Zum Vergleich: Indiens gesamte Warenimporte beliefen sich im Geschäftsjahr 2025 auf 720,24 Milliarden Dollar, davon stammten lediglich 45,3 Milliarden Dollar aus den USA. Das Handelsdefizit betrug 94,3 Milliarden Dollar.

Indien und die USA wollen in den nächsten drei bis vier Tagen eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen, um die erste Tranche des Handelsabkommens abzuschließen. Die 18 Prozent Zölle auf indische Exporte würden nach Veröffentlichung der Erklärung wirksam. Mitte März soll dann ein formelles Abkommen folgen, wonach die Zollkonzessionen für US-Waren in Indien greifen.

Politischer Gegenwind in Neu-Delhi

Der indische Oppositionsführer Rahul Gandhi beschuldigte Premierminister Modi, "kompromittiert" zu sein und "bei den Zöllen kapituliert" zu haben. Die Regierung hat zentrale Behauptungen Trumps nicht bestätigt – weder die Senkung der Abgaben auf null noch die Einstellung russischer Ölimporte oder eine feste Kaufzusage von 500 Milliarden Dollar.

Experten warnen vor dem Risiko, dass die USA vom Handelsabkommen zurücktreten könnten. Sie verweisen auf Trumps Drohungen gegenüber Südkorea, die Zölle zu erhöhen, obwohl er sie zuvor im Rahmen eines Handelsabkommens gesenkt hatte. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die angekündigten Vereinbarungen tatsächlich Bestand haben.

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