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Indien bestellt US-Diplomaten erneut ein nach Angriffen auf Schiffe

Neu-Delhi protestiert zum zweiten Mal in drei Tagen gegen US-Militärschläge auf Handelsschiffe vor der Küste Omans.

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Indien bestellt US-Diplomaten erneut ein nach Angriffen auf Schiffe

Indien hat am Freitag den stellvertretenden US-Gesandten in Neu-Delhi, Jason Meeks, erneut einbestellt. Dies geschah als formeller Protest gegen US-Militärschläge auf Handelsschiffe vor der Küste Omans. Es ist bereits das zweite Mal innerhalb von nur drei Tagen, dass Indien seinen Unmut gegenüber Washington auf diplomatischem Wege zum Ausdruck bringt.

Meeks war erstmals am Mittwoch einbestellt worden, nachdem bei einem Angriff der US-Marine auf den unter der Flagge Palaus fahrenden Produktenöl-Tanker Settebello drei indische Seeleute getötet worden waren. Am darauffolgenden Donnerstag wurde ein weiteres Schiff mit einer 20-köpfigen indischen Besatzung angegriffen. Berichte über Tote oder Verletzte gab es in diesem zweiten Fall nicht.

„Das MEA hat Meeks einbestellt, um Protest gegen die Angriffe auf Handelsschiffe vor der Küste Omans einzulegen", sagte eine indische Regierungsquelle unter Bezugnahme auf das Ministry of External Affairs, wie das indische Außenministerium offiziell heißt. „Gestern wurde ein weiteres Schiff mit 20 indischen Besatzungsmitgliedern an Bord angegriffen", fügte die Quelle hinzu. Die US-Botschaft in Neu-Delhi reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Seltener diplomatischer Schritt zwischen strategischen Partnern

Dass Indien einen US-Diplomaten einbestellt, um formellen Protest einzulegen, gilt als seltenes Ereignis. Neu-Delhi und Washington haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine enge strategische Partnerschaft aufgebaut. Die Einbestellung eines Diplomaten ist in der Diplomatie ein klares Signal der Missbilligung und wird üblicherweise gegenüber weniger befreundeten Staaten eingesetzt.

Die bilateralen Beziehungen stehen bereits unter Druck. Während der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump haben Washingtons Zollpolitik sowie die Annäherung der USA an Indiens Rivalen Pakistan und China die Beziehungen zwischen den beiden Ländern belastet. Die Angriffe auf Schiffe mit indischer Besatzung verschärfen nun die diplomatischen Spannungen zusätzlich.

Heikles Timing vor dem G7-Gipfel

Die Tötung der indischen Seeleute erfolgt zu einem besonders sensiblen Zeitpunkt. Nur wenige Tage nach den Vorfällen wird ein Treffen zwischen dem indischen Premierminister Narendra Modi und US-Präsident Trump am Rande des G7-Gipfels in Frankreich erwartet. Die Angriffe auf Schiffe mit indischer Besatzung dürften das Treffen der beiden Staatschefs erheblich belasten.

Für Indien sind die Sicherheit seiner Seeleute und die Freiheit der Schifffahrt auf internationalen Handelsrouten von zentraler Bedeutung. Der Indische Ozean und die angrenzenden Gewässer, einschließlich der Region vor der Küste Omans, sind für den indischen Außenhandel von strategischer Wichtigkeit. Die wiederholten Angriffe auf Schiffe mit indischen Besatzungsmitgliedern zwingen Neu-Delhi nun zu einer öffentlichen Konfrontation mit seinem wichtigsten strategischen Partner.

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