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Indien beendet sechs Jahre Investitionssperre gegen China

Nach einem tödlichen Grenzkonflikt 2020 normalisiert Indien schrittweise seine Wirtschaftsbeziehungen mit Peking.

Indien beendet sechs Jahre Investitionssperre gegen China

Indien lockert seine seit 2020 geltenden Investitionsbeschränkungen für chinesische Unternehmen und beendet damit eine sechsjährige Phase wirtschaftlicher Abschottung. Die Annäherung folgt auf einen tödlichen Grenzkonflikt im Himalaya, der die Beziehungen zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Ländern der Welt schwer belastet hatte. Auslöser der ursprünglichen Maßnahmen war die Sorge vor opportunistischen Übernahmen indischer Firmen während der COVID-19-Pandemie.

Im April 2020 hatte Neu-Delhi eine verschärfte Prüfpflicht für alle Investitionen aus Ländern mit gemeinsamer Landgrenze eingeführt – ein Schritt, der sich vor allem gegen China richtete. Im Juni desselben Jahres folgte ein Verbot von 59 überwiegend chinesischen Apps, darunter TikTok, WeChat und UC Browser. Chinesische Unternehmen wie der Automobilhersteller Great Wall Motor und BYD scheiterten daraufhin mit milliardenschweren Investitionsvorhaben in Indien.

Schrittweise Annäherung seit Herbst 2024

Den Wendepunkt markierte Oktober 2024, als Indien und China eine Einigung über Patrouillen an ihrer umstrittenen Grenze erzielten und damit eine vierjährige militärische Pattsituation beendeten. Seitdem folgen die Entspannungssignale in rascher Folge. Im August 2025 besuchte Premierminister Narendra Modi erstmals seit über sieben Jahren China – ein starkes diplomatisches Signal, das auch vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit den USA zu sehen ist.

Im Oktober 2025 nahmen beide Länder nach fünfjähriger Unterbrechung direkte Flugverbindungen wieder auf. Im Dezember 2025 erleichterte Indien die Vergabe von Geschäftsvisa für chinesische Fachkräfte, um Produktionsausfälle in Milliardenhöhe durch Technikermangel in Fabriken zu beheben. Seit Februar 2026 dürfen staatliche Energie- und Kohleunternehmen zudem in begrenztem Umfang chinesische Ausrüstung importieren.

NITI Aayog schlägt 24-Prozent-Beteiligungsgrenze vor

Besonders weitreichend ist ein Vorschlag der indischen Regierungs-Denkfabrik NITI Aayog vom Juli 2025: Chinesische Unternehmen sollen Beteiligungen von bis zu 24 Prozent an indischen Firmen ohne aufwendige Sicherheitsüberprüfung erwerben dürfen. Ziel ist es, die bürokratischen Verzögerungen abzubauen, die seit 2020 zahlreiche Investitionsprojekte blockiert hatten. Für deutsche Investoren und Unternehmen mit Indien-Engagement ist dies ein relevantes Signal: Ein wirtschaftlich offeneres Indien könnte den Wettbewerb mit chinesischen Anbietern auf dem Subkontinent verschärfen.

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