Indian Oil diversifiziert Ölimporte weg von Russland
Indiens größter Raffineriebetreiber Indian Oil Corporation (IOC) kauft verstärkt Rohöl aus Angola, Brasilien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die strategische Neuausrichtung könnte den Weg für ein Handelsabkommen mit den USA ebnen.

Indian Oil Corporation (IOC), Indiens führender Raffineriebetreiber, vollzieht eine bedeutende Wende in seiner Beschaffungsstrategie. Das Unternehmen kauft zunehmend Rohöl aus alternativen Quellen und reduziert damit seine Abhängigkeit vom bisherigen Hauptlieferanten Russland.
Umfangreiche Käufe aus dem Nahen Osten
Nach Angaben von Branchenquellen hat die IOC ein umfangreiches Paket an Rohöl aus den Vereinigten Arabischen Emiraten erworben. Von Shell kaufte das Unternehmen 1 Million Barrel der Murban-Sorte aus Abu Dhabi. Zusätzlich sicherte sich IOC 2 Millionen Barrel Upper Zakum vom Händler Mercuria.
Expansion nach Afrika und Südamerika
Auch auf dem afrikanischen Kontinent verstärkt Indian Oil seine Einkäufe. Von Exxon bezog das Unternehmen jeweils 1 Million Barrel der angolanischen Ölsorten Hungo und Clove. Aus Brasilien kamen 2 Millionen Barrel der Buzios-Sorte von Petrobras im Rahmen eines flexiblen Optionsvertrags.
Hintergrund der strategischen Neuausrichtung
Indien hatte sich nach Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 zum größten Abnehmer von vergünstigtem russischem Seeöl entwickelt. Doch seit Oktober 2024 verschärften westliche Sanktionen gegen Russlands führende Ölproduzenten die Situation. Die russischen Ölimporte Indiens sanken im Dezember auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren.
Gleichzeitig erreichten die Importe aus OPEC-Staaten ein 11-Monats-Hoch, wie Handelsdaten zeigen. Die Diversifizierung könnte Neu-Delhi dabei helfen, ein Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten abzuschließen und Zölle zu senken.
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Zur AktienanalyseNeue Lieferbeziehungen in Lateinamerika
Indian Oil erschließt auch neue Bezugsquellen in Lateinamerika. Im vergangenen Monat kaufte das Unternehmen erstmals kolumbianisches Öl im Rahmen eines Optionsvertrags mit dem staatlichen Ölkonzern Ecopetrol. Zudem erwarb IOC erstmalig ecuadorianisches Oriente-Rohöl.
Details zur Preisgestaltung der Geschäfte wurden aufgrund von Vertraulichkeitsvereinbarungen nicht bekannt gegeben. Die strategische Neuausrichtung zeigt jedoch deutlich Indiens Bemühungen, seine Energieversorgung breiter aufzustellen und politische Risiken zu minimieren.


